Ob es zeitgemäß ist und zur deutschen Geschichte passt, dass Soldaten besonders geehrt werden, ist auch unter Fachpolitikern umstritten. Was ist mit ehemaligen Polizisten, die ebenfalls ihr Leben im Dienst für den Staat riskieren? Oder staatlichen Entwicklungshelfern, die auch in Konfliktgebieten im Einsatz sind, in denen keine deutschen Soldaten stationiert sind? Zu Ende ist diese Diskussion noch lange nicht.

Manchen ehemaligen Soldaten geht das alles nicht schnell genug. Sie ärgern sich über das Verhalten der Politiker, des Ministers und prangern an, wie die Bundeswehr mit den Veteranen umgeht. Auch der Veranstalter der Motorrad-Demonstration klagt über die mangelnde Anteilnahme aus Gesellschaft wie Politik. Einige Teilnehmer der Biker-Parade sind in Auslandseinsätzen verwundet worden, nicht wenige kehrten traumatisiert heim.

Robert Sedlatzek-Müller leidet ebenfalls an einer Posttraumatischen Belastungsstörung – kurz PTBS. Er überlebte in Afghanistan die Explosion einer Rakete nur knapp. Nach jahrelangem juristischen Streit mit der Bundeswehr stellte die Truppe ihn im vergangenen Jahr wieder als Soldaten ein, damit er eine Therapie machen kann. Aber noch immer führt er einen Rechtsstreit mit den Versorgungsbehörden der Bundeswehr. Wie viele andere traumatisierte und verletzte Soldaten kämpft er um den Grad seiner Wehrdienstbeschädigung. Immer wieder muss sich Sedlatzek-Müller begutachten lassen. Er und andere haben den Eindruck, dass Ministerium verstecke sich hinter Paragrafen.

Lange haben viele ehemalige Soldaten für sich allein gekämpft. Im August 2010 schlossen sich aktive und frühere Bundeswehrangehörige zum Bund Deutscher Veteranen zusammen, der ihren Stimmen mehr Gewicht gibt. Auf der Gedenkfahrt stellte die Organisation ein Logo für Veteranen vor – Sedlatzek-Müller und andere tragen es auf ihrer Kleidung. Das Verteidigungsministerium dürfte über diesen Vorstoß nicht begeistert sein. Offizielle Vertreter kamen nicht zum Veteranentreffen am Ehrenmal. Lediglich zwei Feldjäger tauchten eher zufällig auf, Militärpolizisten, die das Ministerium bewachen und einen Kontrollgang machten.