Der neue iranische Präsident Hassan Ruhani hat in einer ungewöhnlichen Botschaft allen Juden zu deren Neujahrsfest seine besten Wünsche ausgesprochen. "Während die Sonne hier in Teheran untergeht, wünsche ich allen Juden, besonders den iranischen Juden, ein gesegnetes Rosch Haschana", stand in Ruhanis englischsprachigem Twitter-Account. Der Iran und Israel stehen sich ansonsten nicht nur im Streit um Teherans Atomprogramm seit Langem unversöhnlich gegenüber. Wie viele andere muslimische Staaten erkennt der Iran Israel nicht an.

Dass Ruhani ausdrücklich "alle Juden" erwähnte, stellt einen deutlichen Wandel im Vergleich zu seinem Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad dar. Der hatte Israel als "Krebsgeschwür" bezeichnet und dem jüdischen Staat immer wieder die Existenzberechtigung abgesprochen. 

Der als moderat geltende Ruhani hatte nach seinem Amtsantritt am 4. August mehrfach die Außenpolitik von Ahmadinedschad kritisiert und angekündigt, dessen Konfrontationskurs beenden zu wollen. Allerdings hatte Ruhani zuletzt noch Israel beschimpft.

Das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana (Kopf/Anfang des Jahres) wird an den ersten beiden Tagen des Monats Tischri im jüdischen Kalender gefeiert, 2013 am 5. und 6. September. Für Juden beginnt damit das Jahr 5774. Rosch Haschana erinnert an den Bund zwischen Gott und Israel.