Nach vier Tagen ist die Geiselnahme in Nairobi nach Regierungsangaben weitgehend beendet. Polizisten begannen damit, von den islamistischen Gewalttätern an dem Gebäude angebrachte Sprengsätze zu entschärfen. Ein Regierungssprecher sagte, Einsatzkräfte durchkämmten das Einkaufszentrum und stießen auf keinerlei Widerstand.  

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta erklärte die Geiselnahme für beendet. "Wir haben die Angreifer besiegt und gedemütigt", sagte er. Fünf von ihnen seien bei einem Militäreinsatz getötet worden, elf weitere Verdächtige seien festgenommen, sagte der Staatschef.

Am Morgen waren aus dem Gebäudekomplex erneut Explosionen und ein kurzer, aber intensiver Schusswechsel zu hören gewesen. Es soll noch Gefechte mit "ein oder zwei" islamistischen Kämpfern gegeben haben.

Später stürzte ein Teil des Dachs auf dem Einkaufszentrum infolge eines Brandes ein. Der Brand war offenbar bei Feuergefechten zwischen kenianischen Soldaten und den islamistischen Geiselnehmern entstanden, als die Armee den Gebäudekomplex am Montag unter ihre Kontrolle bringen wollte.

Die Islamisten hatten zuvor noch mitgeteilt, dass sie mehrere Geiseln festhielten. Das Innere des Gebäudes sei "mit Leichen übersät", hieß es.

Die Behörden gaben die Zahl der Toten mit 65 an, darunter drei an dem Militäreinsatz gegen die Islamisten beteiligte Soldaten. Verletzt wurden demnach bis zu 200 Menschen, 63 weitere galten weiterhin als vermisst.

Ein bewaffnetes Kommando hatte das Einkaufszentrum Westgate am Samstag gestürmt, auf Menschen geschossen und sich mit Geiseln in dem Komplex verschanzt. Die islamistische Shebab-Miliz aus Somalia bekannte sich zu dem Angriff. Sie verlangt unter anderem ein Ende des kenianischen Militäreinsatzes gegen sie in Somalia.

Die kenianische Außenministerin Amina Mohamed sagte dem US-Sender PBS , unter den Angreifern seien auch zwei oder drei somalisch- oder arabischstämmige US-Bürger, Männer im Alter von 18 oder 19 Jahren. Auch eine Britin soll laut Mohamed unter den Mitgliedern gewesen sein. Die Frau habe "so etwas schon viele Male getan".