CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat angesichts der vielen noch offenen Fragen zwischen Union und SPD eine Verlängerung der Koalitionsgespräche über den kommenden Mittwoch hinaus nicht mehr ausgeschlossen. "Wir sind mitten in der zweiten Halbzeit der Koalitionsverhandlungen. Vielleicht müssen wir sogar in die Verlängerung", sagte Dobrindt der Bild . Die Verhandlungen über ein schwarz-rotes Regierungsbündnis werden heute in kleiner Runde fortgesetzt. Mit dabei sind unter anderem die Parteivorsitzenden Angela Merkel ( CDU ), Horst Seehofer ( CSU ) und Sigmar Gabriel (SPD).

Beide Seiten streben trotz aller Differenzen an, sich bis Mittwoch auf die dritte Auflage der großen Koalition zu verständigen. Allerdings könnte ein schwarz-rotes Bündnis noch am Widerstand der SPD-Basis scheitern. Über den angestrebten Koalitionsvertrag sollen rund 473.000 Sozialdemokraten bis Mitte Dezember abstimmen.    

Die Spitzen von CDU und CSU hatten am Wochenende über das weitere Vorgehen beraten. Die SPD-Führung bemüht sich derweil, die kritische Parteibasis von einem Bündnis mit der Union zu überzeugen.

Schulz erwartet Zustimmung der SPD-Basis

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), geht davon aus, dass die SPD-Basis einer großen Koalition zustimmt. "Die SPD hat zwar einige Kröten schlucken müssen, so wie das strikte Nein der Union zu einem europäischen Schuldentilgungsfonds", sagte er der Passauer Neuen Presse . "Dafür bekommen wir den einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland, eine bessere Finanzmarktregulierung, mehr Geld für Bildung, die doppelte Staatsbürgerschaft und wir setzen auch auf anderen Gebieten SPD-Positionen durch. Das kann sich sehen lassen."

Er habe immer für eine große Koalition geworben und sei "sehr optimistisch, dass wir die Mehrheit unserer Mitglieder für den Koalitionsvertrag gewinnen können", sagte Schulz.