Die israelische Regierung will nicht tatenlos zusehen, wie die USA und andere Staaten ein Atomabkommen mit dem Iran schließen. Noch vor der nächsten Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm am 20. November werde er bei US-Kongressmitgliedern eine Kampagne gegen die angestrebte Einigung starten, sagte Israels Wirtschaftsminister Naftali Bennett dem Militärrundfunk. Der Chef der siedlernahen Partei Jüdisches Heim will bereits am Dienstag in die USA reisen. An den Verhandlungen mit dem Iran beteiligt sind die UN-Vetomächte USA, Russland , China , Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland und die EU .

Bennett sagte, es gebe Differenzen mit der Regierung von US-Präsident Barack Obama . Bei seinem Besuch in Washington wolle er den Kongressmitgliedern persönlich darlegen, dass "die Sicherheit Israels auf dem Spiel steht", würde die Haltung gegenüber der Regierung in Teheran gelockert.

"Wenn in zehn Jahren eine in einem Koffer versteckte Atombombe in New York explodiert oder eine Atomrakete in Rom einschlägt, wird man sagen können, dass all das wegen der Konzessionen passiert ist, die gemacht wurden", sagte Bennett mit Blick auf eine veränderte Iran-Politik der USA und anderer westlicher Staaten.

Die Atomunterhändler hatten in dreitägigen Gesprächen in Genf keine Einigung erzielt. US-Außenminister John Kerry sprach nach dem Ende des Treffens von einem "bedeutenden Fortschritt". Man sei einem Abkommen nähergekommen als zuvor. Allerdings verlangt Frankreich noch größere Zugeständnisse vom Iran und verhindert so eine Vereinbarung.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte angekündigt, sein Land lasse sich nicht durch eine mögliche Vereinbarung der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran binden. Israel hat früher gedroht, den Iran präventiv anzugreifen, um ihn an der Entwicklung einer Atombombe zu hindern.

Iran beharrt auf Urananreicherung

Der Iran wird sein Urananreicherungsprogramm nach Angaben von Präsident Hassan Ruhani nicht einstellen. "Eine Einstellung der Urananreicherung ist eine rote Linie, die nicht überschritten wird", sagte Ruhani im Parlament in Teheran. Sein Land werde sich auch nicht von der internationalen Gemeinschaft unter Druck setzen lassen.   

"Wir sind für logische und rationale Verhandlungen, und das haben wir bei den Treffen in New York und Genf auch bewiesen", sagte Ruhani. Aber er sei auch gegen eine Diskriminierung und Verletzung der legitimen Rechte des Irans. Das Land verfolge lediglich ein friedliches Atomprogramm für die Weiterentwicklung des Landes.