In Thailands Hauptstadt Bangkok haben sich einen Tag nach der überraschenden Protestpause wieder Regierungsgegner versammelt. Etwa 2.000 Menschen zogen zur Zentrale der nationalen Polizei mitten in der Innenstadt, nicht weit von den zentralen Einkaufszentren entfernt. Bislang hatten sich die Proteste auf das relativ abgelegene Regierungsviertel im Westen der Stadt konzentriert. Die Anhänger der Opposition planen einen friedlichen Protestmarsch. Am morgigen Donnerstag, dem Geburtstag von König Bhumibol Adulyadej, der in Thailand als bedeutender Feiertag gilt, soll es keine Demonstrationen geben.

Nach mehreren Tagen mit Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei stehen die Zeichen in Thailand weiter auf Entspannung. Am Dienstag hatte die Polizei unerwartet ihre Taktik geändert. Die Barrikaden um die Polizeizentrale wurden entfernt, die Sicherheitskräfte zogen sich von ihren Stellungen rund um den Amtssitz von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zurück. Tausende Demonstranten kamen ungehindert auf das Gelände.

Den Kurswechsel der Regierung werteten Beobachter als Zugeständnis an die Demonstranten, das den Konflikt beilegen helfen soll. Seit dem Wochenende wurden bei Zusammenstößen vier Menschen getötet, mehr als 256 wurden verletzt.

Protestführer Suthep Thaugsuban hat indes angekündigt, weiter für den Sturz der Ministerpräsidentin zu kämpfen. Die Opposition wirft Yingluck vor, nur eine Marionette ihres Bruders Thaksin Shinawatra zu sein. Der frühere Regierungschef war 2006 durch einen Putsch gestürzt worden. Er hat sich ins Ausland abgesetzt, um einer Haftstrafe zu entgehen.