Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Auswahl der Staatsminister und parlamentarischen  Staatssekretäre der Union im Gegensatz zu ihrem Koalitionspartner auf bewährtes Personal zurückgegriffen. Viele der Politiker bleiben in ihren Ämtern, andere wechseln lediglich das Ressort. Die SPD hat dagegen für die zweite Reihe bekannte Experten gewonnen. Dazu zählen etwa die Wechsel von EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen ins Arbeitsministerium oder Verbraucherzentralen-Präsident Gerd Billen ins Justiz- und Verbraucherministerium.

Politiker von Union und SPD zeigten sich zufrieden mit der Ressortverteilung. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte der Welt , entscheidend sei für die Menschen in erster Linie, dass Angela Merkel am Dienstag wieder zur Bundeskanzlerin gewählt und das Land weiter führen werde. Nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) habe seine Partei all "die Ministerien, die für uns von Bedeutung sind, um 2017 zu zeigen: Wir haben geliefert."

Nach Informationen der Welt haben die Sozialdemokraten sich zudem das Vorschlagsrecht für den Wehrbeauftragten des Bundestages gesichert. Seit März 2010 bekleidet der FDP-Politiker Hellmut Königshaus das Amt.

Merkel bekommt es nach Verteilung der Ressorts mit einer SPD zu tun, die sich angesichts der großen Zustimmung ihrer Mitglieder zu dem Bündnis und mit sechs Ministerien auf Augenhöhe zur Union sieht. Die CSU muss Einschnitte in ihren Ressorts hinnehmen: Statt des Innenministers stellt sie nur noch den Entwicklungsminister; und das Verkehrsressort wurde zwar um die Zuständigkeit für Digitales erweitert, hat dafür aber den Städtebau abgegeben.

Interne Wechsel und Altbewährte

Die CDU setzt bei ihrer Besetzung der zweiten Reihe der Ministerien auf interne Wechsel und bewährtes Personal. So wird der Nachfolger Eckard von Klaedens als Staatsminister im Kanzleramt etwa Helge Braun, der bisher Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium war. Staatsministerin für Kultur und Medien wird Monika Grütters , die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestags und erfahrene Kulturpolitikerin.

Im Auswärtigen Amt übernimmt Maria Böhmer den Posten der Staatsministerin. Sie war bislang die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und ist eine langjährige Vertraute der Kanzlerin.

Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium bleibt Annette Widmann-Mauz. Dazu kommt Ingrid Fischbach.

Im Verteidigungsministerium wird Ralf Brauksiepe Parlamentarischer Staatssekretär. Er kommt vom Arbeitsministerium, dem früheren Ressort seiner Chefin Ursula von der Leyen . Brauksiepe ist ein Vertrauter der Ministerin. Sein Kollege wird Markus Grübel.

Ole Schröder bleibt Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium. Dazu kommt Günter Krings.

Im Finanzministerium wird Steffen Kampeter weiter als Parlamentarischer Staatssekretär arbeiten. Neu dabei ist Michael Meister . Er ist seit 2004 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ihr finanzpolitischer Experte.

Thomas Rachel bleibt Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium.

Katharina Reiche, bisher Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, wechselt ins Verkehrsministerium. Dort bleibt Enak Ferlemann.

Im Landwirtschaftsministerium bleibt Peter Bleser Parlamentarischer Staatssekretär. Neu dazu kommt Maria Flachsbarth.

Parlamentarischer Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium wird Hans-Joachim Fuchtel, der aus dem Arbeitsministerium wechselt.