Zwei Soldaten laufen geduckt durch einen Wald, vor ihnen fährt ein Miniaturpanzer, den einen der Männer per Fernbedienung lenkt. Die Soldaten sichten einen feindlichen Kampfpanzer und gehen in Deckung. Ihr Gefährt schicken sie vor, es rollt auf seinen Ketten neben den großen Panzer und explodiert ferngezündet. Der Angriff wurde vor mehr als 60 Jahren gefilmt, der Streifen läuft in schwarz-weiß in einem französischen Museum über den Zweiten Weltkrieg. Schon damals träumten die Militärs von einem Krieg der Maschinen.

Durchgesetzt haben sich ferngesteuerte Kampfroboter auf den Schlachtfeldern bislang nicht. Doch immer stärker ziehen ferngelenkte und auch autonome Systeme in die Planung der Kriege von morgen ein. In der Luft sind Drohnen heute schon üblich. Kampfdrohnen wie Reaper und Predator sind für die USA ein wesentliche Baustein in ihrem Krieg gegen den Terror. Mit ihnen werden Verdächtige in Pakistan, Jemen oder Somalia getötet.

Und auch zum Gewinnen von Informationen sind Drohnen längst unverzichtbar. Dutzende Staaten verfügen mittlerweile über unbemannte Aufklärungsflieger. Auch die Bundeswehr setzt Aufklärungsdrohnen in Afghanistan ein. Dort kommen auch Roboter am Boden zu Einsatz: Sie helfen beim Entschärfen von Sprengfallen. Sie dienen kamerabestückt der Aufklärung und sie transportieren Waffen, Munition und schweres Gepäck.

Weitreichende autonome Entscheidungen treffen diese Systeme nicht. Zwar lassen Militärs Lastwagen entwickeln, die eigenständig Routen fahren können und per GPS, Infrarot oder Kameras ihre Ziele finden. Doch welches Ziel angesteuert wird, und ob eine Waffe abgefeuert wird, entscheiden weiterhin Menschen. Noch.

Verführerische Technik

Unbemannte Systeme haben für Politiker und Militärs einen unschätzbaren Vorteil: In Zeiten, da Auslandseinsätze immer unpopulärer werden, scheint eine Intervention mit Drohnen und Robotern der leichtere Weg. Das Risiko für die eigenen Soldaten sinkt dadurch beträchtlich.

Auch deshalb ist der Einsatz von unbemannten Kriegssystemen so verführerisch. US-Präsident Barack Obama, der die Drohnenmissionen gegen Terrorverdächtige stark ausgeweitet hat, schickt lieber die ferngelenkten Kampfflugzeuge nach Pakistan als Flugzeuge oder Hubschrauber, die von menschlichen Piloten gesteuert werden. Wird eine bemannte Maschine abgeschossen, fallen den Gegnern vielleicht Geiseln in die Hände, mit denen sie selbst eine Supermacht erpressen könnten. Zudem müssen Rettungsmissionen gestartet werden, die weitere Soldaten einem großen Risiko aussetzen. Die Aufmerksamkeit der Medien ist in solchen Fällen groß, der Unmut in der Bevölkerung ebenso. Über eine verlorene Drohne regt sich kaum jemand auf.

Und es gibt einen weiteren Grund: Auf den ersten Blick wirkt es weniger invasiv, eine Drohne in einen fremden Luftraum zu schicken, als Kampfflugzeuge und Hubschrauber. 

Auch am Boden wird der Einsatz von unbemannten System in den kommenden Jahren zunehmen. Sie sind ausdauernder als Menschen, ihr Schutz weniger aufwändig. Auf den großen Rüstungsmessen wie der DSEI in London oder der IDEX in Abu Dhabi sind Roboter längst ein wichtiges Thema. Die dort vorgestellten Modelle haben nichts mit menschlich aussehenden Kampfmaschinen wie dem Hollywood-Terminator zu tun. Sie ähneln viel mehr der rollenden Tonne R2-D2 aus den Star-Wars-Filmen. Auch sie treffen noch keine autonome Entscheidungen und können nur sehr bedingt auf unerwartete, nicht programmierte Ereignisse reagieren.