Nun ist Pastörs dort, wohin er schon länger wollte. Bereits zweimal in den vergangenen Jahren hatte er für den NPD-Vorsitz kandidiert: 2009 und 2010 versuchte er, den wegen Finanzskandalen geschwächten Apfel-Vorgänger Udo Voigt zu stürzen. Erfolglos. Er scheiterte damals auch daran, dass selbst in der eigenen Partei ihn viele für zu radikal hielten. Pastörs fehle es an Disziplin, hieß es, er könne sich nicht beherrschen, mit ihm an der Spitze würde ein NPD-Verbot wahrscheinlicher.

Tatsächlich enthält die Antragsschrift, die der Bundesrat Ende vergangenen Jahres in Karlsruhe einreichte, eine ganze Reihe von Zitaten aus Pastörs Mund. Er ist vorbestraft wegen Verleumdung von NS-Opfern und Volksverhetzung. Bei einer Aschermittwochsrede 2009 in Saarbrücken hatte er seinem Antisemitismus und Rassismus freien Lauf gelassen: Deutschland nannte er eine "Judenrepublik", den US-Notenbankchef eine "Krummnase" und türkische Männer "Samenkanonen".

Über Hitler sagt Pastörs: "Er ist ja ein Phänomen gewesen, dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch – er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten." Und im Schweriner Landtag ließ er einmal sein sozialdarwinistisches Weltbild aufblitzen: "Unser erstes Augenmerk hat dem Gesunden und Starken zu gelten. Dieses ist zuallererst zu fördern und zu unterstützen. Dies ist keine Selektion, sondern einfache Logik."

Apfels Weichzeichner-Kurs ist nun Vergangenheit. Pastörs kündigte bereits an, die Partei brauche jetzt eine "harte Hand".