Im Kampf um die politische Macht in Thailand planen Unterstützer der Regierung parallel zu der angekündigten Massendemonstration von Regierungsgegnern Proteste. Sie wollen allerdings eine Konfrontation auf den Straßen von Bangkok vermeiden, sagte eine Sprecherin der Regierungsanhänger. Zehntausende Regierungsgegner wollen die Hauptstadt zu Wochenbeginn mit der Besetzung wichtiger Kreuzungen lahmlegen und die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra damit zum Rücktritt zwingen. 

Die Unterstützer Shinawatras wollen fast überall in Thailand auf die Straßen ziehen. "Wir werden in 50 Provinzen im ganzen Land demonstrieren und rechnen dort jeweils mit 3.000 bis 5.000 Teilnehmern", sagte Thida Thavornseth, Vorsitzende der regierungsfreundlichen Gruppe Einheitsfront für Demokratie und gegen Diktatur (UDD), besser bekannt unter dem Namen Rothemden. In Bangkok und im Süden des Landes, wo die Hochburgen der Regierungsgegner sind, werde es aber keine Kundgebungen geben. 

Der Anführer der regierungsfeindlichen Demonstranten, Suthep Thaugsuban, hatte sich in einem Interview mit der Zeitung Nation kompromisslos gezeigt. Er lehnte alle Verhandlungen über ein friedliches Ende der politischen Auseinandersetzungen ab. Seinen Anhängern riet Suthep, beim geplanten Massenprotest ruhig und friedlich zu bleiben.

Einen Bürgerkrieg hält Suthep für möglich, doch will er sich daran nicht beteiligen. "Wenn dies ein Bürgerkrieg wird, gebe ich auf", sagte Suthep. "Das Leben der Menschen ist kostbar für mich." Sollte jemand einen Bürgerkrieg anzetteln, "sage ich den Leuten, sie sollen nach Hause gehen". Die friedliche Revolution des Volkes werde siegen. "Ich weiß nur nicht, wie wir gewinnen werden", sagte Suthep.

Verletzte bei Angriff auf Regierungsgegner

Suthep wirft der Regierung Korruption und Untergrabung der demokratischen Institutionen vor. Er will die von Yingluck unter dem Druck der Proteste ausgerufene Neuwahl am 2. Februar verhindern, weil die Ministerpräsidentin diese laut Umfragen wahrscheinlich wieder gewinnen würde. Stattdessen verlangt Suthep eine Übergangsregierung, die erste politische Reformen durchsetzen soll.

Seit Beginn der Proteste in November sind acht Menschen ums Leben gekommen. Am Samstag griffen Bewaffnete zweimal eine Versammlung von Regierungsgegnern in Bangkok an. Dabei wurden nach Angaben der Polizei sieben Menschen durch Schüsse verletzt.