In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat die Polizei ein Protestlager von Regierungsgegnern geräumt. Mindestens 1.000 Beamte waren dabei im Einsatz. Die Aktion verlief weitgehend gewaltfrei, berichteten Augenzeugen. Die Polizisten rissen Barrieren aus Sandsäcken nieder, die eine Hauptstraße unweit des Amtssitzes von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra blockiert hatten.

Das Gebäude war seit Dezember wegen des Protestlagers geschlossen. Die Demonstranten leisteten den anrückenden Polizisten keinen Widerstand und verließen das Areal, um sich an anderen Orten erneut zu versammeln. Das Camp gehört nicht zu den drei größten Protestlagern in der Stadt. Dort ist in den vergangenen Wochen die Zahl der Demonstranten kontinuierlich gesunken.

Die Polizei räumte auch mehrere von Demonstranten besetzte Straßenkreuzungen im Zentrum von Bangkok. Etwa 2.000 mit Schutzschilden und Schlagstöcken ausgerüstete Beamte hätten die Regierungsgegner von den zum Regierungsviertel führenden Kreuzungen zurückgedrängt, sagte Paradorn Pattanatabut, der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates, im Sender Spring News TV.

Die Regierungsgegner kündigten an, sie wollten die Kreuzungen wieder unter ihre Kontrolle bringen. "Wir werden diese Kreuzungen zurückerobern, da diese Gebiete uns gehören", sagte ein Sprecher der Protestbewegung.

Die Opposition verlangt den Rücktritt von Regierungschefin Yingluck, der sie vorwirft, nur eine Marionette ihres im Exil lebenden und der Korruption beschuldigten Bruders Thaksin Shinawatra zu sein. Dieser war 2006 vom Militär gestürzt worden.

Die Opposition hat nach Ablauf der Parlamentswahl ihre Proteste gegen die Regierung fortgesetzt. Zu ihren Kernforderungen gehört die Schaffung eines nicht gewählten Volksrats, der Reformen gegen Korruption durchsetzen soll.