Die Europäische Union und die USA arbeiten nach Worten der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an einem Plan für erhebliche kurzfristige Finanzhilfen für die Ukraine. Ziel des Hilfspakets sei es, dem Land in einer Übergangsphase zu helfen, sagte Ashton dem Wall Street Journal. Während dieser Zeit könne eine Übergangsregierung wichtige politische und wirtschaftliche Reformen angehen und Präsidentenwahlen vorbereiten.

"Die Summen werden nicht gering sein", sagte Ashton. Zahlen nannte sie nicht. Dieser Plan erfordere nicht, dass die Ukraine zunächst ein langfristiges Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds abschließe, sagte Ashton.

Die neue ukrainische Regierung müsse dann im Detail sagen, was sie benötige, sagte Ashton. Bei der Hilfe könne es sich nicht allein nur um Geld handeln, sondern es könnten auch Garantien und Aussichten auf Investitionen gegeben werden. Russland hat der Ukraine Kredite von 15 Milliarden Dollar (rund 11 Milliarden Euro) versprochen.   

Beratungen über Sanktionen

Die EU-Außenminister wollen nach Angaben ukrainischer Oppositionsführer am 10. Februar über Sanktionen gegen die Führung in Kiew beraten, wie sie etwa der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko immer wieder verlangt hatte.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), sprach sich für Sanktionen aus. "Wir brauchen Sanktionen gegen die Verantwortlichen von Gewalt und Unterdrückung", sagte er der Rheinischen Post. Ihnen müsse jetzt signalisiert werden, dass sie nicht anonym handelten, sondern dass sie persönlich für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen würden. Röttgen nannte Visa-Entzug, strafrechtliche Konsequenzen und das Einfrieren von Konten als schnell wirkende Sanktionen.   

Bulatow in Litauen

Der in der Ukraine mutmaßlich gefolterte Regierungsgegner Dmitri Bulatow traf unterdessen zur Behandlung in Litauen ein. Das EU-Mitgliedsland Litauen hatte ebenso wie Deutschland Bulatow medizinische Hilfe angeboten und bereits andere verletzte Regierungsgegner aufgenommen.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch will nach tagelanger medizinischer Betreuung seine Arbeit wieder aufnehmen. Er war wegen Fiebers und Atemwegsproblemen in einer Klinik behandelt worden, wie es aus seiner Verwaltung hieß.