Die Wähler in Frankreich haben den regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande bei den Kommunalwahlen einen Dämpfer verpasst. Die rechtsextreme Partei Front National (FN) und die konservative Opposition konnten dagegen Erfolge verbuchen. Der Front National erzielte in einigen Regionen hohe Gewinne, bekam landesweit aber weniger als fünf Prozent der Stimmen. 

Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der ersten Runde, die Innenminister Manuel Valls in der Nacht im Fernsehen bekanntgab, vereinte der FN bei der Wahl am Sonntag 4,65 Prozent der Stimmen auf sich. Umfragen hatten sie zuvor landesweit bei sieben Prozent der Stimmen gesehen. In der ersten Runde der Kommunalwahlen 2008 war der FN nur auf 0,9 Prozent gekommen.

Die konservativen Parteien erhielten bei der Kommunalwahl insgesamt 46,54 Prozent der Stimmen, die linken Parteien mussten mit 37,7 Prozent eine deutliche Niederlage hinnehmen.

Im nordfranzösischen Hénin-Beaumont war der FN-Kandidat Steeve Briois mit 50,3 Prozent gleich im ersten Wahlgang erfolgreich. Auch in Béziers, Perpignan, Avignon und Forbach lagen die Rechtsextremen vorn. FN-Chefin Marine Le Pen sprach von einem "spektakulären" Erfolg.

Wahlbeteiligung sinkt

Premier Jean-Marc Ayrault forderte für die zweite Runde der Kommunalwahlen am kommenden Sonntag gemeinsame Anstrengungen aller Demokraten gegen den Front National. Für die Sozialisten stehen einige Städte auf der Kippe, darunter Reims, Rouen, Saint-Etienne, Amiens oder Angers.

Die Wahlen gelten als Stimmungstest für Präsident Hollande. Nach dem Wahlrecht gibt es ohne absolute Mehrheit im ersten Wahlgang eine zweite Runde, bei der alle Listen mit mehr als zehn Prozent antreten dürfen. Listen mit Ergebnissen zwischen fünf und zehn Prozent können sich dann mit anderen Listen verbünden.

Innenminister Valls sagte, die Wahlbeteiligung habe bei 64,13 Prozent gelegen, dies seien gut zwei Prozent weniger als bei der Wahl 2008. Die Zahl der Nichtwähler sei zu hoch. "Dies ist zweifellos eine Botschaft unserer Bürger. Man muss sie hören. Alle öffentlichen, politischen Verantwortlichen müssen sie hören", sagte Valls.