Der geplante Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Edathy-Affäre soll nach Vorstellungen der Grünen im April eingesetzt werden und dann drei bis vier Monate tagen. "Dann läge schnell ein Ergebnisbericht vor," sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt der taz. Der Fokus werde auf den Fehlern des Bundeskriminalamts (BKA) liegen. "Wir setzen auf einen eng formulierten Untersuchungsauftrag", sagte sie. "Es geht darum, mit einer belastbaren Untersuchung wieder Vertrauen in den Rechtsstaat herzustellen." Das "Stille-Post-Spiel" in Union und SPD zu Edathy werde nur ein Nebenstrang sein.

Grüne und Linke wollen in dem Untersuchungsausschuss auch den Fall eines hohen Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) beleuchten. Dieser soll kinderpornografisches Material von demselben kanadischen Anbieter bezogen haben, bei dem auch der SPD-Politiker Sebastian Edathy bestellt haben soll. Während der Name des Beamten den Ermittlern schon im Januar 2012 auf einer Liste des kanadischen Versands auffiel, entdeckte die Polizei den Namen Edathys erst im Oktober 2013 in dem Beweismaterial.  

Die Grünen werfen BKA-Chef Jörg Ziercke vor, die Unwahrheit gesagt zu haben. "Wir wollen wissen: Warum konnte der Name Edathy durchrutschen? Wie werden solche Listen beim BKA geprüft? Es gibt einfach zu viele offene Widersprüche", sagte Göring-Eckardt.

CSU-Chef Horst Seehofer kündigte an, den Fall Edathy auch in seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Passau anzusprechen. "Es kann nicht sein, dass sich jemand wie Herr Edathy als verfolgte Unschuld hinstellen und sagen kann: 'Was wollt ihr denn, war doch alles legal'", sagte Seehofer der Passauer Neuen Presse. "Deshalb werden wir eine bayerische Bundesratsinitiative starten, die auch den Ver- und Ankauf solcher Bilder unter Strafe stellt", sagte Seehofer. "Die CSU denkt an die Opfer und nicht an die Täter."