Der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok hat sich dafür ausgesprochen, den EU-Währungskommissar auch zum Vorsitzenden der Eurogruppe zu machen. Im Gespräch mit ZEIT ONLINE verwies er darauf, dass bereits 18 von 28 Mitgliedern der Union Mitglieder der Euro-Gruppe seien. Die Ukraine-Krise könne dazu führen, dass weitere Länder beschleunigt den Euro einführen würden. Es sei deshalb nicht sinnvoll, auf Dauer neben dem zuständigen EU-Kommissar einen weiteren Verantwortlichen für die gemeinsame Währungspolitik mit eigenen Strukturen und einer zusätzlichen Verwaltung zu unterhalten.

Brok wies darauf hin, dass die EU-Verträge eine Personalunion des Währungskommissars und des Eurogruppenchefs ausdrücklich vorsähen. "Wir brauchen keine Parallelstrukturen", sagte er. Eine Zusammenlegung der beiden Posten sei auch ein Beitrag zum Bürokratieabbau.

Der CDU-Politiker, der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Europarlaments ist und als Vertrauter von Kanzlerin Angela Merkel gilt, kündigte an, seinen Vorschlag nach der Europawahl Ende Mai zur Diskussion zu stellen. Dann wird auch über den neuen Kommissionspräsidenten und die künftige Zusammensetzung der EU-Kommission entschieden.

Für den gemeinsamen Posten schlug Brok den jetzigen finnischen Ministerpräsidenten ­Jyrki Katainen vor. Der konservative frühere Finanzminister sei ein "hervorragender Mann". Katainen hatte Anfang April angekündigt, dass er im Juni nach der Europawahl zurücktreten will, um einen Posten in der EU-Kommission oder ein anderes internationales Amt zu übernehmen. Ihm wird Interesse am Vorsitz der Kommission nachgesagt. Er war zeitweise auch als gemeinsamer Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) im Gespräch, zu der die CDU gehört. 

Währungskommissar ist derzeit Olli Rehn, ebenfalls ein Finne. Seine Amtszeit endet mit der Kommission.

Euro-Gruppen-Chef ist der Niederländer Jeroen Dijsselbloem. Er hatte den Posten 2013 vom damaligen Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker übernommen, der bei der Europawahl als EVP-Spitzenkandidat und Bewerber für das Amt des Kommissionspräsidenten antritt.