US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat Japan die Stationierung von zwei zusätzlichen Raketenabwehrschiffen zugesagt und China in ungewöhnlicher Deutlichkeit vor Provokationen seiner Nachbarn gewarnt. Bei seinem Besuch in Japan am Wochenende sagte er dem Verbündeten den Schutz der USA zu. Die US-Regierung werde sich an ihre Verpflichtung aus einem gemeinsamen Verteidigungsabkommen halten, wenn dies notwendig sei, sagte Hagel

Mit der Entsendung von zwei zur Raketenabwehr ausgerüsteten Zerstörern reagierten die USA auf ein "Muster provokativer und destabilisierender Aktionen" Nordkoreas, sagte Hagel nach einem Treffen mit seinem japanischen Kollegen Itsunori Onodera. Das nordkoreanische Militär hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Raketen getestet. An der umstrittenen Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea hatte es dabei einen Schusswechsel gegeben, als beide Seiten Granaten abfeuerten.

Die Zahl der US-Kriegsschiffe in Japan erhöht sich mit dem Schritt auf sieben. Sie sind mit ausgeklügelten Systemen ausgerüstet, die Raketenstarts orten und Geschosse zerstören können. Überdies verfügen sie über Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, mit denen sie selbst in die Offensive gehen können.

Deutliche Hinweise an China

Hagel äußerte sich zudem ungewohnt energisch über China. In den kommenden Tagen wird er nach Peking reisen, wo er nach eigener Aussage klarstellen will, dass China als Großmacht seine Nachbarn respektieren müsse. "Mit dieser Macht geht neue und weitreichende Verantwortung einher, wie diese Macht und militärische Kraft zu nutzen ist", sagte Hagel.

China und Japan streiten unter anderem seit Langem um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Hagel sagte, die USA wollten eine friedliche Lösung des Konflikts.

Hagel zog eine Parallele zwischen den Territorialkonflikten in Asien und der russischen Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim. Kein Land dürfe mit Gewalt, Zwang und Einschüchterung die Grenzen eines anderen Landes neu definieren, "egal ob es sich um kleine Inseln im Pazifik oder um große Länder in Europa handelt", sagte Hagel. In der Ukraine habe Russland "mangelnden Respekt" gezeigt sowie Zwang und Einschüchterung ausgeübt.