Mehr als 40 Minuten dauerte der Todeskampf von Clayton Lockett. Eine Autopsie und weitere Ermittlungen sollen jetzt Klarheit über die misslungene Hinrichtung im US-Staat Oklahoma schaffen. Der 38-Jährige hatte bei der Exekution am Dienstag in dramatischen Szenen mit dem Tod gerungen, nachdem ihm ein erstmals eingesetzter Giftcocktail gespritzt wurde. Die Gouverneurin Oklahomas, Mary Fallin, forderte eine "unabhängige Nachprüfung", die klären soll, was bei der Hinrichtung schief lief.

Lockett war wegen Mordes an einer 19-Jährigen zum Tode verurteilt worden. Obwohl ihn ein Arzt rund zehn Minuten nach der Injektion der ersten von drei Spritzen für bewusstlos erklärte, begann Lockett schwer zu atmen. Er versuchte den Kopf zu heben, knirschte mit den Zähnen und krümmte sich. Der Gefängnisdirektor stoppte die Exekution, bevor Lockett dann doch starb. Nach offiziellen Angaben war dem Häftling eine Vene geplatzt.

Gouverneurin Fallin setzte eine zwei Stunden später geplante Exekution des verurteilen Mörders Charles Warner für 14 Tage aus. Eine Untersuchung werde effektiv und dem Fall angemessen sein, sagte Fallin. Ein Pathologe soll in einer Autopsie die Todesursache ermitteln. Die Prüfung soll auch klarstellen, ob das Protokoll eingehalten wurde und die Medikamente richtig gespritzt wurden.

Vielerorts wurde die Hinrichtung kritisiert. "Die verpfuschte Exekution war nichts weniger als staatssanktionierte Folter", sagte Antonio Ginatta von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Auch das Weiße Haus schaltete sich ein. "Wir haben einen grundsätzlichen Standard in diesem Land. Selbst wenn die Todesstrafe gerechtfertigt ist, muss sie human ausgeführt werden", sagte Regierungssprecher Jay Carney. "Jeder wird erkennen, dass dieser Fall diesem Standard nicht gerecht geworden ist."

Die Diskussion um neue Medikamente, die bei Hinrichtungen benutzt werden sollen, wird sich durch den Fall Lockett weiter verschärfen. Mehrere Staaten suchen derzeit nach neuen Medikamenten, nachdem die Hersteller die bisher eingesetzten Mittel nicht länger an Gefängnisse verkaufen.