Bei einem Bombenanschlag im Nordosten Nigerias sind offenbar wieder Dutzende Menschen getötet worden. Der Anschlag trage die Handschrift der Terrorgruppe Boko Haram, sagte ein Sprecher der Polizei im Bundesstaat Adamawa. Er bestätigte die Detonation, konnte jedoch zunächst keine Angaben zur Zahl der Toten oder Verletzten machen. Sicherheitskräfte seien noch dabei, Opfer zu bergen und ins Krankenhaus zu bringen.

Ein Augenzeuge sprach von mindestens 30 Toten. Der Anschlag ereignete sich nahe einer Grundschule in der Stadt Mubi. In der Gegend befanden sich auch mehrere Kneipen. Der Anwohner David Dauda sagte, kurz vor der Explosion hätten Bürger ein Fußballfeld in der Gegend verlassen, wo sie ein Sportturnier verfolgt hätten.

Der Anschlag trug sich den Angaben zufolge gegen 18:45 Uhr (Ortszeit) zu, als viele Stadtbewohner auf dem Heimweg waren, weil von 19 Uhr an eine Ausgangssperre gilt. Adamawa ist einer von drei Staaten im Norden Nigerias, in denen seit einem Jahr der Notstand herrscht. Diesen hatte Präsident Goodluck Jonathan in einer Reaktion auf zunehmende Anschläge durch Boko Haram in der Region ausgerufen.

In diesem Jahr wurden bei Attacken der islamistischen Gruppe mindestens 2.000 Menschen getötet. Am vergangenen Wochenende waren es mehr als 100 Menschen.

Im benachbarten Kamerun ließ die Boko Haram zwei italienische Priester und eine kanadische Nonne frei, die vor Monaten verschleppt worden waren. Die Freilassung wurde vom italienischen Außenministerium bestätigt. Ob Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar.  Kurz nach der Freilassung der Priester und der Nonnen entbrannte im Norden von Kamerun ein schweres Gefecht zwischen Militäreinheiten und einem Boko Haram-Trupp, in dessen Verlauf mindestens 40 Mitglieder der Terrorgruppe getötet wurden.