Der Heimatort des von Taliban nach fünf Jahren Gefangenschaft freigelassenen US-Soldaten Bowe Bergdahl hat die für ihn geplante Willkommensfeier abgesagt. Hailey im US-Staat Idaho hatte seit Bergdahls Gefangennahme in Afghanistan 2009 mehrere Jahre lang Zusammenkünfte unter dem Motto "Holt Bowe zurück" veranstaltet. Die für 28. Juni geplante diesjährige Veranstaltung war nach dem Austausch des 28-jährigen Unteroffiziers gegen fünf in Guantánamo inhaftierte Afghanen zunächst zu einer Willkommensfeier umdeklariert worden.

Die Veranstalter erklärten jetzt, wegen des Medienechos auf Bergdahls Freilassung seien wesentlich mehr Besucher zu erwarten – und zwar sowohl Unterstützer von Bergdahls Familie als auch Gegner des Austauschs. In der US-Öffentlichkeit wird unter anderem diskutiert, wie Bergdahl in die Gefangenschaft der Taliban geriet – einige Kritiker werfen ihm sogar Desertion vor.

Der 8.000-Einwohner-Ort verfüge nicht über die Infrastruktur, eine Großveranstaltung auszurichten, erklärten die Organisatoren. Der Polizeichef von Hailey, Jeff Gunter, sagte, die geplante Veranstaltung sei in den Medien falsch dargestellt worden, sodass etliche glaubten, Bergdahl solle ein Heldenempfang bereitet werden. "Wenn man 10.000 Leute hat, 5.000 auf der einen und 5.000 auf der anderen Seite, dann weiß man wegen der nationalen Aufmerksamkeit nicht, was zu erwarten ist", sagte Gunter. 

Heileys Bewohner planen Feier trotzdem

Das Time Magazine berichtete, zahlreiche Einwohner der Stadt hätten gesagt, dass sie dennoch eine Kundgebung zu Ehren Bergdahls vorbereiten würden.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte zuvor vor einer Vorverurteilung im Fall des Soldaten gewarnt. "Wir tun so etwas nicht in den USA", sagte Hagel, "wir verlassen uns auf Fakten."

US-Präsident Barack Obama hatte die Freilassung verteidigt. Die USA seien verpflichtet, einen Kriegsgefangenen zu befreien – egal, unter welchen Umständen er in Gefangenschaft geraten sei.

Bergdahl war am Wochenende nach fast fünf Jahren in Taliban-Gefangenschaft frei gekommen und am Sonntag zur medizinischen Versorgung ins Landstuhl Regional Medical Center, ein Lazarett der US-Armee in Deutschland, gebracht worden. Im Gegenzug  überstellten die USA fünf Taliban-Kommandeure nach Katar, die zuvor jahrelang im Gefangenenlanger Guantánamo Bay festgehalten worden waren. Ihnen wird vorgeworfen, an Massakern gegen Schiiten beteiligt gewesen zu sein.