Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat um eine Verlängerung seines Asyls in Russland gebeten. Wie sein russischer Anwalt Anatoli Kutscherena russischen Nachrichtenagenturen sagte, wurden bereits die notwendigen Dokumente eingereicht, "um seinen Aufenthalt in Russland zu verlängern".

Snowden hatte vor mehr als einem Jahr mit seinen Enthüllungen die Affäre um die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA ausgelöst; auf seiner Flucht saß er zunächst einen Monat auf dem Moskauer Flughafen fest, bevor er Anfang August 2013 für ein Jahr Asyl erhielt.

Der 30-Jährige hat auch in zahlreichen anderen Ländern Asyl beantragt, bislang jedoch ohne Erfolg. Seine Anwälte sind zuversichtlich, dass Snowdens Antrag in Russland angenommen wird. 

Über seine Anwälte ließ der Whistleblower am gestrigen Dienstag mitteilen, dass er für eine Videobefragung vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags nicht zur Verfügung stehe. Der Ausschuss soll das massenhafte Ausspähen der Internet- und Telefonkommunikation auch deutscher Bürger durch die NSA und andere ausländische Geheimdienste untersuchen. Regierung und Opposition hatten über eine mögliche Befragung Snowdens durch den Ausschuss wiederholt gestritten, eine Videobefragung war zuletzt als Kompromisslösung im Gespräch.

Die USA suchen Snowden mit einem internationalen Haftbefehl. Sie wollen ihn wegen Spionage vor Gericht bringen.