Ein 15-jähriger US-Bürger ist nach einer mutmaßlichen Prügelattacke durch die israelische Polizei zu neun Tagen Hausarrest verurteilt worden. Er war bei Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern schwer verletzt und festgenommen worden. Die Polizei teilte mit, der 15-Jährige habe sich bei der Verhaftung widersetzt und habe die Polizisten angegriffen. Er habe eine Steinschleuder bei sich gehabt.

Der Junge ist laut Medienberichten den Berichten ein Cousin des 16 Jahre alten Palästinensers, der vergangene Woche tot aufgefunden wurde und nach vorläufigem Autopsiebericht bei lebendigem Leib verbrannt sein soll. Die Familie des Jungen beschuldigt israelische Siedler, den Jugendlichen aus Rache für die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen getötet zu haben. Israel macht die radikalislamische Hamas für den Mord an den drei Jungen verantwortlich. Beide Fälle hatten zu neuer Gewalt und militärischen Angriffen in der Region geführt.

Die USA forderten von Israel die umgehende Untersuchung des Falles. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, die US-Regierung sei zutiefst beunruhigt über Berichte, der 15-Jährige mit palästinensischer Herkunft sei von Polizisten geschlagen worden. 

Israelische Medien zeigten Fotos des Jungen und berichteten über ein Video, auf dem zu sehen sein soll, wie ein palästinensischer Jugendlicher von Polizisten geschlagen wird. Der 15-Jährige war mit seinen Eltern aus Florida zu Verwandten nach Jerusalem gereist. Die Eltern sagten, ihr Sohn sei bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei geschlagen worden.

Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Am Samstag steckten vermummte Palästinenser in der Kleinstadt Kalansawe Reifen in Brand. In Taibe demonstrierten rund 400 Menschen, berichtete das Onlineportal Ynet. Dutzende Protestierende hätten die israelische Polizei mit Steinen beworfen. Auch in Ostjerusalem gab es wieder Krawalle.

Ein israelisches Kampfflugzeug beschoss in der Nacht zehn Ziele im zentralen und südlichen Gazastreifen. Attackiert worden seien unter anderem versteckte Raketenwerfer und eine Waffenfertigung der Hamas. Mit den Luftangriffen reagierten die Streitkräfte auf den anhaltenden Raketenbeschuss Südisraels aus dem Gebiet am Mittelmeer, teilte die israelische Armee mit.

Die Bemühungen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas dauern an. Der ägyptische Geheimdienst vermittele zwischen beiden Seiten, berichtete der israelische Rundfunk.