Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen ausländischen Militärkonvoi sind nahe der US-Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul mehrere Isaf-Soldaten getötet worden. Mehrere erlitten Verletzungen. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi gelenkt, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Am Straßenrand behandelten ausländische Soldaten Verletzte. Das Attentat ereignete sich nahe dem schwer bewachten Eingang zur US-Botschaft. Die heftige Explosion ließ Gebäude im Zentrum Kabuls erzitterten, an der US-Botschaft ertönte Sirenenalarm. Rettungswagen rasten durch die Stadt. Ein Fahrzeug aus dem Konvoi wurde durch die Detonation von der Straße geschleudert und völlig zerstört.

Die afghanischen Behörden bestätigten, dass ausländische Truppen Ziel des Anschlags waren. "Es war ein Selbstmordanschlag auf einen Konvoi ausländischer Kräfte an der Straße zum Flughafen", sagte ein Vertreter der Polizei AFP. Die Taliban bekannten sich zu dem Attentat.

Der Anschlag war die heftigste Attacke in Kabul seit Wochen. Stunden Zuvor hatten sich die Kontrahenten im Streit um das afghanische Präsidentenamt laut offizieller Angaben auf einen Kompromiss verständigt. Ein Sprecher des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai sprach von einem Durchbruch. Um das Wahlergebnis gibt es seit Monaten Streit.

Ex-Außenminister Abdullah Abdullah hatte die erste Runde gewonnen, die absolute Mehrheit aber knapp verfehlt. In der Stichwahl am 14. Juni siegte sein Kontrahent Aschraf Ghani nach vorläufigen Zahlen mit 56 Prozent und verdoppelte damit sein Ergebnis. Die Stimmabgabe wurde von massiven Fälschungsvorwürfen begleitet. Laut Wahlkommission gaben bei der Stichwahl 8,1 Millionen Menschen ihre Stimme ab, eineinhalb Millionen mehr als bei der ersten Runde. Bereits dies ließ Zweifel an der Rechtmäßigkeit aufkommen.