Nach dem Einzug der Alternative für Deutschland (AfD) in drei ostdeutsche Landtage sucht die Union nach einer Strategie gegen die rechtspopulistische Partei. Dabei setzt sie darauf, dass die AfD im politischen Alltag scheitern wird. "Mit der politischen Alltagsarbeit in den Parlamenten wird deren Entzauberung beginnen", sagte der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach der Nordwest-Zeitung.

Ähnlich äußerte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Sender rbb. "Es ist leicht, gegen etwas zu sein. Die müssen jetzt Stellung beziehen, das wird spannend, das zu sehen", sagte sie. Beide CDU-Politiker riefen ihre Partei auf, sich argumentativ mit der AfD auseinanderzusetzen.

Die AfD hatte bei der Landtagswahl am Sonntag in Brandenburg 10,6 Prozent und in Thüringen 12,2 Prozent der Wählerstimmen bekommen. 

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt rief alle Parteien auf, sich mit dem Erstarken der AfD auseinanderzusetzen. Die AfD passe nicht in ein Rechts-Links-Schema und sei daher nicht ein Problem nur für die Union, sagte sie in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das zeigten aktuell wieder die Wählerwanderungen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs schloss inhaltliche Konsequenzen seiner Partei nicht aus. Der CDU-Politiker plädierte für eine sorgfältige Analyse, ob sich Wähler möglicherweise nicht immer optimal verstanden oder nicht ausreichend mitgenommen fühlten. "Wir müssen uns zwar nicht mit der Partei AfD oder ihren Vertretern selbst beschäftigen, wir müssen uns aber mit den politischen Inhalten auseinandersetzen, die viele Menschen zur Protestwahl oder vermehrt zur Nichtwahl bewegen", sagte Fuchs.

AfD will Erfolg in Ost- auf Westdeutschland übertragen

Die AfD selbst will nun ihren Siegeszug auch in westlichen Landtagen fortsetzen. Im kommenden Jahr wird in Hamburg und Bremen gewählt. "Von den Strukturen her sind wir sehr stark in Westdeutschland", sagte der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke der Passauer Neuen Presse. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir dort bald in den Landtagen vertreten sein werden."

Der Parteienforschers Oskar Niedermayer hält eine Diffamierungsstrategie gegen die AfD für falsch. "Es ist sehr gefährlich, die Partei und ihre Wähler zu verteufeln", sagte er. Der Politologe riet insbesondere der Union, sich inhaltlich mit der AfD auseinanderzusetzen. Er sieht diese auch nicht als Protestpartei. Die AfD könnte zur neuen Vertretung eines national-konservativen Pols werden, meint Niedermayer.