Kenias Präsident Uhuru Kenyatta ist zum ersten Mal als Angeklagter vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erschienen. Begleitet von mehreren Abgeordneten und Anhängern traf der 52-Jährige beim Weltstrafgericht ein.

Er ist der erste Staatschef, der vor den internationalen Richtern erscheint. Sie sollten bei der Anhörung prüfen, ob der Prozess gegen den seit 2013 amtierenden Präsidenten aus Mangel an Beweisen eingestellt werden muss.

Kenyatta werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach der Präsidentenwahl 2007 in Kenia vorgeworfen. Er soll indirekt als Mittäter an Morden, Vergewaltigungen, Verschleppungen, Verfolgungen und anderen Taten der Verbrecherorganisation Mungiki beteiligt gewesen sein. Mehr als 1.000 Menschen starben während der Unruhen, die aus dem Streit um angebliche Wahlmanipulationen entstanden waren und zu einem Konflikt zwischen Volksgruppen wurden.

Kenyatta hat wegen des Gerichtstermins die Amtsgeschäfte vorübergehend abgegeben. Er beteuert seine Unschuld. Kenyattas Vize William Ruto ist ebenfalls angeklagt.