Ein hochrangiger Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde ist bei einer Konfrontation mit israelischen Soldaten im Westjordanland gestorben. Zur Ursache des Todes von Ziad Abu Ein gab es unterschiedliche Versionen. Ein Mitglied der Fatah-Partei sagte dem palästinensischen Rundfunk, Abu Ein habe bei Auseinandersetzungen in einem Dorf nördlich von Ramallah Tränengas eingeatmet.

Die Leitung des Zentralkrankenhauses von Ramallah teilte dagegen mit, Abu Ein sei von israelischen Soldaten getötet worden. Er habe nördlich von Ramallah an einem Protestmarsch teilgenommen, bei dem Olivenbäume gepflanzt wurden. Dabei sei er von den Soldaten erschlagen worden. Todesursache sollen demnach heftige Schläge auf die Brust gewesen sein.

Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte schlugen die Soldaten, die den Protestmarsch stoppen wollten, mit Gewehrkolben und ihren Helmen auf Abu Ein ein. Der tödliche Zwischenfall ereignete sich in Turmus Ajja, einer palästinensischen Kleinstadt nördlich von Ramallah, die von vielen israelischen Siedlungen umgeben ist.

Der Getötete leitete die palästinensische Beobachtungsstelle für israelische Siedleraktivitäten und war Mitglied im Revolutionsrat der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Abbas sprach von einem "brutalen Angriff". Die Palästinenserführung werde "die notwendigen Maßnahmen ergreifen, sobald die Untersuchung des Vorfalls abgeschlossen ist", sagte er.