Ein Gericht in Chinas nordwestlicher Unruheregion Xinjiang hat sieben Studenten des lebenslang inhaftierten uigurischen Professors Ilham Tohti zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Volksgericht in Ürümqi sprach sie des Separatismus für schuldig, sagte ihr Anwalt Li Fangping. Die Studierenden hatten zusammen mit Tohti eine Internetseite zur Situation der Minderheit der muslimischen Uiguren in Xinjiang betrieben.

Ein Student muss nach Angaben chinesischer Staatsmedien für acht Jahre in Haft, zwei weitere für sieben Jahre. Die anderen Studenten bekamen in dem Verfahren vom 25. November Gefängnisstrafen zwischen drei und fünf Jahren. Sechs Studenten sind muslimische Uiguren, ein weiterer gehört einer anderen Minderheit an. Drei der Studenten haben Berichten zufolge in öffentlichen Geständnissen vor Fernsehkameras gegen Tohti ausgesagt. 

Der renommierte Hochschullehrer war Ende September von demselben Gericht wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Strafe für den Kritiker der Minderheitenpolitik Chinas fiel damals unerwartet hoch aus. Tohti gilt als gemäßigte Stimme der Uiguren, die sich über die Unterdrückung durch China in Xinjiang beklagen.

Die harten Urteile reihen sich in die Kampagne gegen Terrorismus und Separatismus ein, die Chinas Führung nach einer Serie von Anschlägen in Xinjiang ausgerufen hat. Seitdem sind schon zahlreiche Todesurteile gegen angebliche uigurische Separatisten gesprochen worden.