Nach der vorläufigen Einigung mit der Eurogruppe will die griechische Regierung den internationalen Geldgebern am heutigen Montag eine Liste mit Vorschlägen im Kampf gegen Korruption und Steuerbetrug vorlegen. Diese wird dann von der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geprüft. Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis sagte, er sei sich sicher, dass die Geldgeber die Vorschläge akzeptieren werden.

Wie die Bild-Zeitung aus Athener Regierungskreisen berichtete, sollen unter anderem Zigaretten- und Benzinschmuggel eingedämmt sowie Steuerschulden eingetrieben werden. Insgesamt könnten so mehr als sieben Milliarden Euro in die Kassen kommen.

Am Dienstag wollen die Euro-Finanzminister beraten, ob das bisherige Hilfsprogramm für das Land um weitere vier Monate verlängert werden kann. Darüber muss anschließend auch der Bundestag abstimmen. Bisher wurde der hoch verschuldete Staat mit 240 Milliarden Euro vor dem Bankrott gerettet. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft am 28. Februar aus.   

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sagte dem Handelsblatt, wenn die linksgeführte Regierung in Athen einzelne Sparbeschlüsse kippen wolle, müsse sie gleichwertige Alternativen vorschlagen. Andernfalls werde es schwierig, im Bundestag Mehrheiten zu bekommen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der Bild: "Der Prüfungsmaßstab der nächsten Tage ist: Solidarität gibt es nur im Gegenzug für ernsthafte Reformen." Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich (CSU) erwartet ein "seriöses Spar- und Reformprogramm".

Vorgabe der Europartner ist es, dass das aktuelle Rettungsprogramm erfolgreich beendet wird – was Athen lange ablehnte. Erst bei Abschluss können die auf Eis liegende Kredittranche von 1,8 Milliarden Euro sowie zugesagte Zinsgewinne der EZB aus griechischen Anleihen von 1,9 Milliarden Euro fließen. Grundlage seien die Vorgaben der aktuellen Hilfsvereinbarungen, wobei weitgehende Flexibilität möglich sei, hieß es. Griechenland sagte zu, keine vereinbarten Reformmaßnahmen zurückzunehmen und die Forderungen aller Gläubiger zu erfüllen.