Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko drängt die Nato aufgrund der neuesten Kämpfe in der Ostukraine und das Vorrücken der prorussischen Separatisten zu Waffenlieferungen an sein Land. Diese jüngste Entwicklung müsste die Koalition dazu bewegen, "noch mehr Unterstützung für die Ukraine zu leisten, unter anderem durch die Lieferung von modernen Waffen zum Schutz und der Gegenwehr gegen den Aggressor", sagte Poroschenko der Welt.

Die Ukraine wolle den Frieden, doch dieser müsse von einer starken Armee mit modernen Waffen verteidigt werden. Bisher haben Europa und auch die USA Waffenlieferungen an die Ukraine strikt abgelehnt.

Allerdings wird vor allem in den USA weiter über Waffenlieferungen diskutiert. Der als künftiger US-Verteidigungsminister nominierte Ashton Carter unterstützt beispielsweise einen solchen Schritt. Er würde sehr dazu neigen, auf diese Weise den Kampf gegen die prorussischen Separatisten zu unterstützen, sagte er bei einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats. "Ich denke, wir müssen den Ukrainern helfen, sich selbst zu verteidigen." Carter wurde von Obama nominiert, den derzeitigen Pentagon-Chef Chuck Hagel abzulösen. Der Senat muss der Personalie erst noch zustimmen.

Biden gegen Waffenlieferung

US-Vizepräsident Joe Biden ist dagegen anderer Meinung. "Wir haben von Beginn an gesagt, dass es für diese Krise keine militärische Lösung gibt", sagte er in einem schriftlichen Interview der Süddeutschen Zeitung. "Wir haben kein Interesse an einer militärischen Eskalation und dringen darauf, dass das Gegenteil eintritt."

Biden bekräftigte damit jüngste Aussagen der Regierung in Washington, kein Kriegsgerät in die Ukraine schicken zu wollen. Anfang der Woche hatte die New York Times unter Berufung auf namentlich nicht genannte hohe Regierungsbeamte gemeldet, das Weiße Haus denke über die Lieferung tödlicher Defensivwaffen nach.

Unter anderem wurden Panzerabwehrraketen und Artillerie-Radar ins Gespräch gebracht. Bislang helfen die USA mit Material im Wert eines dreistelligen Millionenbetrages. Dazu gehören etwa Fahrzeuge, Schutzwesten oder allgemeine Radargeräte.