Die USA und ihre Alliierten haben erstmals die irakischen Kräfte beim Kampf gegen die IS-Terrormiliz in der belagerten Stadt Tikrit mit Luftangriffen unterstützt. Der Einsatz habe auf Bitten des irakischen Regierungschefs Haidar al-Abadi begonnen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. 

Die von den USA angeführte internationale Koalition fliege Angriffe und helfe auch mit Luftaufklärung und Beratung. Die präzise geführten Angriffe würden nur IS-Stellungen treffen, sagte der kommandierende General James Terry. Das Leben Unbeteiligter und die Infrastruktur sollten so weit wie möglich geschont werden.

Die irakischen Streitkräfte hatten vor vier Wochen eine Offensive zur Befreiung der strategisch wichtigen Stadt 170 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Bagdad begonnen. Dafür haben sie 30.000 Kämpfer mobilisiert. Rund 20.000 von ihnen gehören nach US-Angaben zu den schiitischen Milizen, die mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbunden sind. Die irakischen Kräfte hatten nach eigenen Angaben das Zentrum der Stadt erreicht. Dann jedoch stockte die Offensive.

Die US-Luftwaffe war in den vergangenen Tagen bereits Aufklärungsflüge geflogen. Die Einsätze hätten auf Gesuch der irakischen Regierung stattgefunden, erklärte ein Sprecher der Militärallianz gegen den IS.

Die irakische Regierung hatte am 2. März die bislang größte Offensive gegen den IS gestartet, um das von den Dschihadisten eingenommene Tikrit nach neun Monaten zurückzuerobern. In den vergangenen Tagen kam der Vorstoß auf die Stadt vor allem wegen zahlreicher Sprengfallen des IS jedoch ins Stocken.

Tikrit ist der Geburtsort des einstigen Machthabers Saddam Hussein. Der größte Teil der Einwohner soll mittlerweile aus der Stadt geflohen sein. Tikrit ist strategisch wichtig: Die Straße von Bagdad nach Mossul läuft durch die Stadt und stellt eine wichtige Versorgungsroute für die Wiedereinnahme Mossuls dar.