Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat ihre Luftangriffe auf Stellungen der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen ausgeweitet. Unter anderem bombardierten die Kampfjets Militärstützpunkte der Rebellen rund um die Hauptstadt Sanaa sowie den von den Huthis eroberten Luftwaffenstützpunkt al-Anad nördlich von Aden, wie ein Armeesprecher in Riad mitteilte. Die US-Armee rettete vor der Küste des Jemen zwei saudiarabische Kampfpiloten aus dem Meer.

Der jemenitische Luftraum sei mittlerweile "vollständig unter der Kontrolle" der Militärkoalition, sagte der saudiarabische Armeesprecher Ahmed Assiri. Wie Anwohner berichteten, griffen die Kampfflugzeuge unter anderem Raketenabschussrampen am internationalen Flughafen von Sanaa sowie weitere militärische Ziele im Osten, Westen und Süden der Hauptstadt an. Auch der von den Rebellen besetzte Präsidentenpalast wurde erneut bombardiert.

Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten hatten in der Nacht zum Donnerstag militärisch in den Konflikt im Jemen eingegriffen. Seitdem wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der von der Miliz kontrollierten Hauptstadt mindestens 39 Zivilisten getötet. Nahe der südlichen Hafenstadt Aden erschossen Stammeskämpfer laut Zeugen am Freitag 21 Huthi-Rebellen, auch in der Stadt selbst gab es demnach Tote.

Die USA leisten der Militärkoalition logistische und geheimdienstliche Hilfe. Auch der britische Premierminister David Cameron betonte, sein Land stehe im Kampf gegen die schiitischen Rebellen fest an der Seite Riads. US-Präsident Barack Obama telefonierte am Freitag mit dem saudiarabischen König Salman. In dem Gespräch habe Obama bekräftigt, dass Washington an der Seite Riads stehe, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan. Die USA und die Golfstaaten hätten ein gemeinsames Interesse daran, dass sich Lage im Jemen stabilisiere.

Zwei saudiarabische Kampfpiloten gerettet

König Salman dankte Obama für den Einsatz zur Rettung der beiden saudiarabischen Kampfpiloten, wie aus dem Weißen Haus verlautete. Diese hatten sich nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag wegen eines technischen Problems per Schleudersitz aus ihrem F-15-Jet gerettet. Die beiden Soldaten seien wohlauf. Die Besatzung eines US-Hubschraubers hatte die Piloten im Golf von Aden aufgespürt und in Sicherheit gebracht, wie es aus dem US- Verteidigungsministerium hieß.

Im Jemen kämpft die schiitische Huthi-Miliz gegen die Führung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt Hadi, die Huthi-Rebellen werden mutmaßlich von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh und vom Iran unterstützt. Mit dem Konflikt zwischen Riad und Teheran im Hintergrund droht Jemen ein Stellvertreterkonflikt. Saudi-Arabien will sich bei der Arabischen Liga für seinen Krieg gegen die schiitischen Huthi-Milizen Rückendeckung holen. Am Liga-Gipfel an diesem Wochenende im ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich nimmt auch der von den Huthis entmachtete jemenitische Präsident Hadi teil.

Jemens Ex-Präsident Saleh forderte am Freitag einen Waffenstillstand und eine Wiederaufnahme des von der UNO vermittelten Dialogs zwischen den Konfliktparteien im Land.