Der UN-Sicherheitsrat hat bei einer Sondersitzung die anhaltende Gewalt im Jemen verurteilt. Das Gremium forderte die schiitische Huthi-Miliz zum Rückzug auf. Falls die Gewalt anhalte, würden "weitere Maßnahmen" nicht ausgeschlossen, hieß es in einer Erklärung. Dies könnten neue Sanktionen, aber auch andere Schritte sein. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Jemen, Jamal Benomar, warnte, die jüngsten Ereignisse würden das Land "an den Rand eines Bürgerkriegs" rücken.

Der einzige Ausweg aus der Krise wäre, wenn alle Parteien über eine Lösung verhandeln würden, sagte Benomar in einer Videoübertragung aus Katar. "Ein friedlicher Dialog ist die einzige Option, die wir haben." Litauens UN-Botschafterin Raimonda Murmokaitė sagte nach der Sitzung, dass die Ratsmitglieder eine Rückkehr an den Verhandlungstisch unterstützten.


Benomar erklärte, es sei eine Illusion, dass eine der beiden Parteien, die Huthi-Rebellen im Norden und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im Süden, das gesamte Land unter ihre Kontrolle bringen könnte. Der UN-Gesandte warnte vor einem langwierigen Konflikt wie im Irak, Syrien oder Libyen. Auf Bitten Jordaniens war das Gremium am Sonntag zu einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung zusammengekommen, um hinter verschlossenen Türen über den Konflikt zu beraten.

Die Lage im Jemen ist eskaliert, nachdem bei Bombenanschlägen in der von den Huthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa am Freitag mehr als 130 Menschen getötet wurden. Über das Wochenende rückten die Rebellen auf die drittgrößte Stadt des Landes Tais vor. Sie brachten laut übereinstimmenden Berichten mindestens den Flughafen unter ihre Kontrolle. Ein Anführer der Rebellen drohte mit einem Vormarsch auf die wichtige Hafenstadt Aden. Die Huthi werden von Militärs unterstützt, die dem vor drei Jahren gestürzten Präsidenten Ali Abdullah Salih ergeben sind.