Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas wird ein neuer Präsident gewählt. Dabei könnte es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Goodluck Jonathan und seinem muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari kommen.

Rund 70 Millionen Wahlberichtigte sind am Samstag in Nigeria zur Abstimmung aufgerufen. Aus Furcht vor Terroranschlägen der islamistischen Boko Haram findet die Wahl unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Eigentlich war die Abstimmung für Mitte Februar angesetzt, wurde aber wegen der anhaltenden Gewalt um sechs Wochen verschoben. Eine starke Polizeipräsenz soll zudem Ausschreitungen zwischen den politischen Lagern verhindern. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2011 waren bei Zusammenstößen rund 1.000 Menschen ums Leben gekommen.

Es wird ein knapper Wahlausgang erwartet. Der 72 Jahre alte Buhari von der APC (Partei der Fortschrittlichen), ein früherer Militärdiktator, wird von einem breiten Oppositionsbündnis unterstützt. Beobachter räumen ihm gute Chancen auf einen Sieg ein. Drei Mal hatte Buhari bereits für das höchste Staatsamt kandidiert und verloren. Sollte der 57 Jahre alte Jonathan tatsächlich unterliegen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit Nigerias Rückkehr zur Demokratie 1999. 

Jonathan ruft zu gewaltfreien Wahlen auf

Beide Kontrahenten versprechen, dem Terror von Boko Haram ein Ende zu setzen. Mindestens 14.000 Menschen sind seit 2009 bei Anschlägen und Angriffen der Islamisten getötet worden, 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Buhari präsentiert sich im Wahlkampf kompromisslos und will Nigeria von der Korruption befreien.

Jonathan warnte am Freitag nochmals eindringlich vor jeglicher Gewalt im Zusammenhang mit der Präsidenten- und Parlamentswahl. "Kein politischer Eifer kann Gewalt oder das Vergießen des Blutes unserer Bürger rechtfertigen", sagte er. Die Sicherheitskräfte seien gut vorbereitet und würden keine Gewalt tolerieren.

Die Wähler können sich ab 08:00 Uhr (MEZ) für die Abstimmung registrieren lassen. Vom frühen Nachmittag (13:30 Uhr) bis zum späten Abend findet dann die eigentliche Stimmabgabe statt. Belastbare Ergebnisse werden nicht vor Montag erwartet. Zur Wahl stehen offiziell 14 Kandidaten, doch es läuft klar auf ein Duell Jonathans mit Buhari hinaus.