Saudi-Arabien hat mit Angriffen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen begonnen. Die saudische Luftwaffe habe die schiitischen Rebellen in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten Jemens bombardiert, sagte der saudische Botschafter in den USA, Adel al-Dschabir. Der Militäreinsatz erfolge auf Bitten der legitimen Regierung Jemens.

Die USA unterstützen die Luftangriffe logistisch. Präsident Barack Obama habe eine entsprechende Erlaubnis erteilt, teilte das Weiße Haus mit. Demnach bekommt die Regierung in Riad auch geheimdienstliche Unterstützung aus den Vereinigten Staaten. Eine direkte US-Beteiligung an den Militäraktionen soll es aber nicht geben.

Die Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Nordens im Land sowie die Hauptstadt Sanaa und werden vom Iran unterstützt. Im Süden herrschen die Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Allerdings rückten die Huthi-Rebellen zuletzt immer weiter auf die südliche Stadt Aden vor. Dorthin war Hadi Anfang des Jahres vor den Rebellen geflohen – angeblich soll er jetzt aus dem Jemen geflohen sein.

Den Flughafen von Aden konnten die Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi nach Angaben örtlicher Behörden bereits zurückerobern. Sie hätten sich zuvor heftige Kämpfe mit Verbündeten der schiitischen Huthi-Rebellen geliefert, sagte ein Behördenvertreter. Hadis Soldaten hatten am Mittwoch die Kontrolle über den Flughafen der im Süden gelegenen Stadt an Kämpfer verloren, die loyal zu seinem Amtsvorgänger Ali Abdullah Saleh stehen. Saleh ist mit den Huthi verbündet und hat noch immer viel Einfluss in dem Land, obwohl er seit 2011 nicht mehr an dessen Spitze steht.

Insgesamt fünf Golfstaaten erklärten ihre Unterstützung für Hadi. Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sich dazu entschlossen, auf die Bitten des jemenitischen Staatschefs zu reagieren, "den Jemen und sein Volk vor der Aggression der Huthi-Miliz zu beschützen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Allein Saudi-Arabien sei bereit, mit 150.000 Soldaten und 150 Kampfjets in den Krieg zu ziehen, hieß es. Auch Ägypten, Pakistan und der Sudan hätten sich nach Angaben aus Riad bereit erklärt, Truppen für eine Bodenoffensive im Jemen bereitzustellen. Ein Sprecher der Huthis bezeichnete die saudischen Angriffe als Kriegserklärung. Damit könne sich der Konflikt im Jemen zu einem Regionalkrieg auswachsen, warnte er im arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.

Der Iran kritisierte das militärische Vorgehen scharf. Die Luftangriffe seien ein gefährlicher Schritt, der die Krise verschärfe, sagte die Sprecherin des Außenministerium in Teheran, Marzieh Afcham. Sie sprach von einer Invasion, nannte Saudi-Arabien aber nicht beim Namen.

Unklarheit über den Aufenthaltsort von Präsident Hadi

Der saudische Militäreinsatz begann, nachdem der jemenitische Präsident Hadi aus seinem Anwesen in der Hafenstadt Aden verschwunden war. Er sei auf dem Seeweg aus der Stadt Aden geflohen, sagte ein Regierungsvertreter am Mittwochabend. Nach Berichten lokaler Medien griffen Kampfflugzeuge Hadis Palast in Aden an.

Vor wenigen Tagen begannen die Huthis mit dem Vormarsch gen Süden. Zuletzt hatte der Huthi-Sender Al-Masira gemeldet, die Rebellen hätten den Luftwaffenstützpunkt Al-Annad erobert, der nur etwa 60 Kilometer von Aden entfernt liegt. Von dem Stützpunkt hatten die USA in der vergangenen Woche ihr Personal abgezogen. Al-Annad wurde von den USA als Drohnen-Stützpunkt im Anti-Terror-Kampf genutzt. US-Soldaten trainierten dort jemenitische Spezialeinheiten.

Unmittelbar vor seiner Flucht hatte Hadi die Vereinten Nationen noch um Hilfe gebeten: Er forderte eine UN-Intervention gegen die Huthi-Rebellen. In einem Brief an den Sicherheitsrat hieß es weiter, er habe Mitglieder des Golf-Kooperationsrats und die Arabische Liga gebeten, umgehend "alle nötigen Schritte zum Schutz des jemenitischen Volkes vor der anhaltenden Huthi-Aggression" zu ergreifen. Der UN-Sicherheitsrat hatte vor Kurzem eine Erklärung abgegeben, darin wurde Hadi Unterstützung zugesichert. Nach Einschätzung der UN steht das Land am Rande eines Bürgerkriegs.