Palästinensische Aufständische haben nach Angaben des israelischen Militärs die erste Rakete des Jahres aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Verletzte oder Schäden seien nicht entstanden, teilten die Streitkräfte mit. Die Attacke fand am Donnerstagabend zum Ende des 67. israelischen Unabhängigkeitstages statt. Israel antwortete mit einem Vergeltungsangriff auf eine Basis der radikalislamischen Hamas, die über Gaza herrscht.

Nach Hamas-Angaben feuerte das israelische Militär zwei Geschosse auf den Stützpunkt ab, den die Organisation zu Trainingszwecken nutzt. Es habe auch hier keine Verletzten gegeben, sagte der Sprecher des Gesundheitswesens in Gaza, Aschraf al-Kidra.

Eine Sprecherin der israelischen Armee hatte zuvor im Rundfunk bestätigt, dass aus der Region eine Rakete auf den Süden Israels abgefeuert worden sei. Auch dabei gab es weder Schäden noch Verletzte. In Gemeinden nahe der Grenze zum Gazastreifen erklangen Alarmsirenen.

Israel und die Palästinenser hatten im Sommer 2014 einen 50-tägigen Krieg geführt, an dessen Ende eine unbefristete Waffenruhe vereinbart worden war. Seitdem gab es vereinzelte Raketen- und Mörserangriffe auf den Süden Israels. Als Antwort auf eine solche Attacke flog Israels Armee im Dezember einen Angriff auf eine Hamas-Ausbildungsstätte.

Während des Krieges starben mehr als 2.100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis. Der Direktor des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Robert Turner, beschrieb die humanitäre Lage im Gazastreifen am Donnerstag als katastrophal. Die Menschen stünden vor einer Hungersnot, hieß es in einer Mitteilung.