Als Reaktion auf eine Militäroperation hat ein Drogenkartell im westmexikanischen Staat Jalisco für Gewalt und mindestens sieben Tote gesorgt. Mutmaßliche Bandenmitglieder stoppten am Freitag in Guadalajara und 24 anderen Städten und Gemeinden Busse und Lastwagen, um insgesamt 39 wichtige Schnellstraßen zu blockieren. Elf Banken und fünf Tankstellen seien mit Brandbomben angegriffen worden, sagte der Gouverneur von Jalisco, Aristóteles Sandoval.

Bewaffnete schossen 250 Kilometer südwestlich von Guadalajara auf einen Militärhubschrauber, töteten drei Soldaten und zwangen den Helikopter zu einer Notlandung. Zehn Streitkräfte und zwei Bundespolizisten wurden verletzt, drei Soldaten wurden vermisst, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Sandoval sagte, 19 Menschen seien festgenommen worden, es habe vier bewaffnete Konfrontationen und insgesamt 19 Verletzte gegeben. Die Gewalt sei offenbar eine Reaktion auf den Einsatz, mit dem das Militär gegen das Kartell vorging. Die Streitkräfte wollten "diesem Kartell, dieser Organisation auf den Grund gehen und fähig sein, alle Anführer festzunehmen", sagte Sandoval. Den Namen der Gang nannte er nicht, doch die Behörden stehen seit Längerem in einem blutigen Konflikt mit dem Kartell Jalisco Nueva Generación. Die Bande wird auch hinter einem Anschlag vermutet, bei dem im vergangenen Monat 15 staatliche Polizisten getötet worden waren. Jalisco Nueva Generación gehört zu den gewalttätigsten Mafiabanden und kämpft vor allem in West- und Zentralmexiko um die Vorherrschaft  im Drogenhandel.

Sandoval sprach von sieben Getöteten am Freitag, zu den Umständen machte er keine genaueren Angaben. Später schrieb der staatliche Sprecher Gonzalo Sanchez jedoch auf Twitter, es handele sich um drei Soldaten, einen Bundespolizisten, zwei vermutete Kriminelle und einen Zivilisten. Präsident Enrique Peña Nieto teilte seine Trauer über den Tod der Streitkräfte am Freitag per Twitter mit. Seit dem Jahr 2006 wurden in Mexiko mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität getötet, weitere 22.000 gelten als vermisst