Die USA haben die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland begrüßt. Die Strafmaßnahmen seien eine "Antwort auf die russische Aggression im Osten der Ukraine", erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby. Sie hingen direkt mit der vollständigen Anwendung des Minsker Abkommens zusammen.

"Wir hoffen, dass alle Länder Russlands aggressives Handeln in der Ukraine verurteilen und sich der internationalen Gemeinschaft bei der Anwendung von Sanktionen anschließen", fügte Kirby hinzu. Die EU-Außenminister hatten am Montag bei ihrem Treffen in Luxemburg beschlossen, die Wirtschaftssanktionen "wegen Russlands destabilisierender Rolle in der Ostukraine" um ein halbes Jahr bis Ende Januar 2016 zu verlängern.

Seit April 2014 kämpfen prorussische Rebellen in der Region gegen die Truppen der ukrainischen Zentralregierung. Die Regierung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Die russische Regierung bestreitet dies. Im Februar wurde in der belarussischen Hauptstadt Minsk ein Friedensabkommen vereinbart, das eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen vorsieht. Am Dienstag wollen die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine in Paris im sogenannten Normandie-Format über die Lage in der Ostukraine beraten.

Die EU hatte im vergangenen Jahr zunächst Protagonisten der Ukraine-Krise mit Reise- und Vermögenssperren belegt. Nach dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine wurden die Sanktionen drastisch verschärft. Sie richten sich unter anderem gegen russische Staatsbanken, den Im- und Export von Rüstungsgütern sowie die russische Öl- und Gasindustrie.

Das Minsk-Abkommen sollte den Ukraine-Konflikt beenden, in dem schon mehr als 6.400 Menschen getötet wurden. Zwar schwächten sich die Kämpfe ab, doch es gibt weiterhin Gefechte mit Todesopfern.