Drei Wochen vor der griechischen Parlamentswahl ist die griechische Parlamentspräsidentin Zoe Konstantopoulou aus der Syriza-Partei von Alexis Tsipras ausgetreten. Bei der vorgezogenen Wahl am 20. September werde sie für die neue Linkspartei Volkseinheit (LAE) kandidieren, teilte sie bei einer Pressekonferenz in Athen mit. Tsipras und viele seiner engen Mitarbeiter hätten alle ihre Wahlversprechen gebrochen, erklärte die Parlamentspräsidentin zur Begründung. Konstantopoulou war eine der Spitzenpolitikerinnen der Syriza. Sie ist nicht nur eine der jüngsten Parlamentspräsidentinnen Griechenlands, sondern auch die erste Linke in diesem Amt.

Umfragen zeigen, dass die LAE-Partei, die sich am 21. August von der Syriza abspaltete, etwa 3,5 Prozent bei der Wahl bekommen könnte. Tsipras war als Regierungschef zurückgetreten, um sich in der Neuwahl Rückendeckung für seinen harten Sparkurs zu holen.

Die 38-jährige Konstantopoulou ist eine erklärte Gegnerin weiterer Sparmaßnahmen und hatte schon mehrfach angekündigt, Tsipras' Politik zu boykottieren. Unter anderem hatte sie die Sparmaßnahmen mit dem Holocaust verglichen. Die Einigung mit den Geldgebern nannte sie "einen Staatsstreich, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das zu sozialem Völkermord führen könnte".

Ihre Mutter ist die Journalistin Lina Alexiou, ihr Vater Nikos Konstantopoulou, der legendäre Ex-Parteichef von Synaspismos, einem Vorläufer der heutigen Regierungspartei Syriza. Konstantopoulou studierte Jura in Athen, Paris und New York. Seit 2003 arbeitet sie als Rechtsanwältin in Griechenland. Im Parlament sitzt sie seit 2012.