Nordkorea lässt Zehntausende seiner Bürger laut einem UN-Ermittler im Ausland Zwangsarbeiten verrichten. Damit umgehe das kommunistische Land UN-Sanktionen und streiche pro Jahr Fremdwährung im Umfang von 1,2 Milliarden bis 2,3 Milliarden Dollar ein, sagte Marzuki Darusman, Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in Nordkorea. Dazu legte er der UN-Vollversammlung einen entsprechenden Bericht vor.

Im Ausland verdienten sie im Durchschnitt nur 120 bis 150 Dollar pro Monat und bekämen nicht genug zu essen. Manchmal würden sie gezwungen, bis zu 20 Stunden am Tag zu arbeiten, erklärte Darusman. Er verwies zudem auf mehrere Studien, wonach mehr als 50.000 Nordkoreaner im Ausland beschäftigt seien, darunter vor allem in China und Russland. Doch auch in anderen Ländern Asiens, in Afrika, dem Nahen Osten sowie Europa würden sie eingesetzt.

Darusman warnte, die Firmen, die die Nordkoreaner beschäftigten, machten sich zu "Komplizen in einem inakzeptablen System der Zwangsarbeit." Demnach arbeiten die Nordkoreaner vor allem auf dem Bau, im Bergbau, in der Holz- und in der Textilindustrie. Ihre Verträge werden von Pjöngjang ausgehandelt.

Insgesamt habe es keine Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea gegeben, erklärte Darusman. Pjöngjang betreibe weiter eine große Zahl an Internierungslagern. Hinrichtungen im Schnellverfahren, Folter und willkürliche Verhaftungen seien an der Tagesordnung. Die UN-Generalversammlung soll diese Woche über den jährlichen Bericht des Sonderberichterstatters zur Menschenrechtslage in Nordkorea beraten. Darusman erneuerte seinen Appell an den UN-Sicherheitsrat, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Lage in Nordkorea anzurufen. Dies dürfte jedoch von der Vetomacht China verhindert werden.