Die Anzahl der Häftlinge in Guantánamo wird kleiner. Die USA überstellen fünf Insassen des umstrittenen Gefangenenlagers in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Damit seien nun noch 107 Männer in Guantánamo inhaftiert.

US-Präsident Barack Obama hatte zu seinem Amtsantritt Anfang 2009 versprochen,Guantánamo innerhalb eines Jahres zu schließen, scheiterte aber damit bislang aber am Widerstand der Republikaner im US-Kongress.

Die Freilassung von Häftlingen, die von den US-Behörden als ungefährlich eingestuft wurden, stößt ebenfalls auf Schwierigkeiten. Vielfach können sie nicht in ihre Heimatländer überstellt werden, da ihnen dort Haft, Folter oder Tod drohen. Nur wenige Länder sind bereit, die Insassen aufzunehmen. Die Regierung beschleunigte zuletzt die Freilassung von Insassen. 2014 wurden insgesamt 28 Häftlinge freigelassen.

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hatte das Gefangenenlager nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet, um Verdächtige aufzunehmen, die im Zuge des Kriegs gegen den Terror festgenommen wurden. Das vom Militär betriebene Lager stößt international auf scharfe Kritik, da die meisten Häftlinge seit ihrer Inhaftierung ohne Prozess oder Urteil festgehalten werden. Zahlreiche Gefangene blieben auch noch in Haft, nachdem die US-Behörden zu dem Schluss gekommen waren, dass sie sich keiner strafbaren Taten schuldig gemacht hatten und keine Gefahr darstellten. Kuba verlangt eine Rückgabe des Geländes des US-Militärstützpunktes und erklärte mehrfach den Pachtvertrag mit den USA für ungültig.