Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ehemalige Mitarbeiter und Ex-Geschäftsführer des Waffenherstellers Heckler & Koch wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko angeklagt. Ihnen werde vorgeworfen, in den Jahren 2006 bis 2009 an 16 Lieferungen von G36-Sturmgewehren und Zubehörteilen nach Mexiko beteiligt gewesen zu sein, teilte die Behörde mit.

Die Anklage richtet sich gegen zwei ehemalige Geschäftsführer, zwei ehemalige Vertriebsleiter, eine Vertriebsmitarbeiterin sowie einen einst für die Firma in Mexiko tätigen Verkaufsrepräsentanten. Die Waffen sollen mit ihrer Kenntnis in mexikanische Bundesstaaten geliefert worden sein, für die es keine Exportgenehmigungen gab. Damit hätten sie gegen das Kriegswaffenkontroll- und Außenwirtschaftsgesetz verstoßen.

Gegen 13 weitere Beschuldigte seien die Ermittlungen jedoch eingestellt worden, berichtete die Behörde. Das Landgericht Stuttgart muss nun über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Der Waffenhersteller Heckler & Koch hatte schon im Frühjahr alle Schuld an den Vorgängen von sich gewiesen. Nun teilte das Unternehmen mit, man erwarte bei der Beurteilung des Sachverhalts, dass die Sach- und Rechtslage abschließend geklärt werde. Heckler & Koch hatte 2012 eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung betraut und die Ergebnisse den Ermittlern zur Verfügung gestellt.

Details aus einem entsprechenden Bericht des Kölner Zollkriminalamtes waren im Mai an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach hat der Waffenhersteller von 2003 bis 2011 insgesamt 9.472 Sturmgewehre des Typs G36 nach Mexiko verkauft, davon 4.767 in Gebiete, in die sie nicht hätten geliefert werden dürfen: die Bundesstaaten Jalisco, Guerrero, Chiapas und Chihuahua, in denen Drogenkartelle kämpfen.