Der umstrittene US-Soldat Bowe Bergdahl hat erstmals öffentlich über seine Gefangenschaft in Afghanistan gesprochen. Sein Schicksal ist Gegenstand der zweiten Staffel des Podcasts Serial, die am Donnerstag gestartet ist. Bergdahl äußert sich darin zu seiner fünf Jahre dauernden Zeit als Kriegsgefangener der Taliban in Afghanistan. "Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich etwas Schlechtes tat, oder gar nicht so Schlechtes, jedenfalls etwas Ernstes", sagt Bergdahl in dem Podcast.

Bergdahl, heute 29 Jahre alt, hatte sich aus eigenem Antrieb von seiner Armee-Einheit entfernt. "Ich wollte zeigen, dass ich ein echter Kerl bin, so wie Jason Bourne", sagte er mit Blick auf den von Schauspieler Matt Damon verkörperten Filmhelden.

Das Abenteuer war jedoch nur von kurzer Dauer. Er verlief sich in den Hügeln der afghanischen Wüste und wurde von Talibankämpfern auf Mopeds gefangen genommen. 2014 wurde Bergdahl gegen fünf Guantánamo-Häftlinge ausgetauscht. In den USA muss er sich nun wegen Fahnenflucht vor einem Militärgericht verantworten, ihm droht lebenslange Haft.

Tags zuvor hatten die Republikaner im Streitkräfteausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht veröffentlicht, in dem sie US-Präsident Barack Obama vorwerfen, das Parlament nicht rechtzeitig über den Gefangenenaustausch informiert zu haben. Sie kritisierten auch, dass die überstellten Austauschhäftlinge nicht zu denen zählten, für die ein Verlassen des US-Lagers Guantánamo auf Kuba vorgesehen war.

Die erste Staffel von Serial, in der die Verurteilung eines jungen Mannes in einem Mordverfahren in Maryland aufgearbeitet wurde, war mehr als 68 Millionen Mal heruntergeladen worden und gilt damit als der am schnellsten wachsende Podcast überhaupt. Der zweiten Staffel sagen Experten ein noch größeres Publikum voraus.