Vier Monate nach einem Abkommen über Entspannungsschritte haben Süd- und Nordkorea neue Gespräche aufgenommen. Vertreter der Länder kamen im gemeinsam betriebenen Industriepark in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong zusammen. Er hoffe, dass beide Seiten verschiedene Probleme bei ihren Konsultationen behandeln können, sagte der südkoreanische Delegationsleiter, Vize-Vereinigungsminister Hwang Boo Gi, der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge zum Auftakt der Unterredungen.

Eine Themenliste wurde nicht veröffentlicht. Doch hofft Seoul, sich mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang unter anderem auf regelmäßige Begegnungen zwischen getrennten Familien aus beiden Ländern zu einigen. Die nordkoreanische Delegation wird von Jon Jong Su, einem stellvertretenden Direktor des Sekretariats des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas, geleitet.

Mit den Gesprächen setzen beide Seiten einen weiteren Punkt ihres Abkommens vom August um. Nach neuen Spannungen hatten Spitzenvertreter beider Länder damals auch vereinbart, dass der Dialog fortgesetzt werden soll. Als Teil des Abkommens gab es außerdem im Oktober neue kurzfristige Familienzusammenführungen.

Die südkoreanische Seite hofft, weitere Zusammenführungen von älteren Familienmitgliedern besprechen zu können. Diese waren durch den Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 voneinander getrennt worden. Analysten vermuteten, dass sich das finanziell klamme Nordkorea um ein Bekenntnis des Südens zur Wiederaufnahme von Fahrten ins Touristengebiet am Diamantenberg bemüht. Diese hatte Seoul im Jahr 2008 ausgesetzt, nachdem dort ein südkoreanischer Tourist von nordkoreanischen Soldaten erschossen worden war.

Die beiden Länder hatten sich im vergangenen Sommer gegenseitig mit Krieg gedroht, nachdem explodierte Landminen zwei südkoreanische Soldaten verstümmelt hatten. Marathonverhandlungen im August entspannten die Situation. Im Oktober wurden Dutzende im Krieg getrennte Familien zusammengeführt. Dennoch befinden sich die beiden Koreas technisch gesehen noch im Krieg, weil der Koreakrieg mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensabkommen geendet hatte.