Die Streitigkeiten um Flüchtlinge und Muslime in Deutschland fangen an, mich zu ermüden. Ich bin damit durch. Glücklicherweise gibt es in Deutschland Flughäfen, und dort gibt es Flugzeuge, die außer Landes fliegen, nach überall hin. Ich besteige eines dieser Flugzeuge, das einer Fluggesellschaft namens Germania gehört und fliege davon. Wohin? Ins Heilige Land.

Es gab eine Zeit, in der hätte niemand gedacht, dass der Tag kommen würde, an dem ein Flugzeug namens Germania in ein Land namens Israel fliegen würde. Aber heutzutage ist das die Realität.

Bei meiner Ankunft explodierte, als geschähe es mir zu Ehren, in Jerusalem ein Bus. Wie konnte das passieren? Niemand weiß es sicher, aber friedliebende Menschen finden umgehend Wissenschaftler, die mathematisch erklären können, wie ein Bus von allein explodieren kann – was ich sehr interessant finde und immens bereichernd. Traurigerweise hat diese wissenschaftliche Entdeckung nicht lange Bestand und der Sicherheitsapparat des Landes erklärt, dass die Explosion auf einen viel einfacheren Grund zurückzuführen ist: Jemand, so behaupten sie, hatte das Bedürfnis, einen Bus zur Explosion zu bringen, in der Hoffnung, dass viele Israelis dabei sterben würden.

Was für eine Art Mensch könnte so ein Bedürfnis haben? Die Friedliebenden wissen es nicht und der Rest sieht keinen Grund, das Offensichtliche auszusprechen.

Busexplosionen, erzählen mir die Leute hier, seien unnormal. Aber was ist schon normal im Heiligen Land? Messerstecher.

Was?

Also, das ist jetzt wirklich interessant.

Junge Leute, männliche oder weibliche, gehen durch ihr Heim, betreten die Küche, wählen ein Messer aus oder drei, tun die Messer in ihre Taschen und gehen raus, um sich an ihr Tagewerk zu machen. Ihr Arbeitsplatz ist, wie man sich vorstellen kann, auf der Straße. Sie gehen hierhin und dahin, dahin und hierhin, und wenn sie auf ein menschliches Wesen treffen, stechen sie ihn oder sie ab. Das ist, nebenbei bemerkt, ein Einmal-Job, denn in den meisten Fällen, werden sie von Sicherheitskräften erschossen – aber das macht ihnen nichts. Solange jemand anderes verblutet, sind sie total einverstanden damit, dass auf sie geschossen wird.

Ich persönlich bin nicht besonders angetan von Explosionen und Messern und gehe mit leeren Händen spazieren. Aber ich bin mir bewusst, dass andere meinem Beispiel nicht folgen, und deshalb schaue ich vor jedem Schritt, den ich mache, nach rechts und links, nur um sicherzugehen, dass kein Metzger sein Messer an meinem Körper ausprobiert. Nach einiger Zeit allerdings werde ich vom ständigen Hin-und-Her-Wenden des Kopfes müde und besteige einen Bus, um mich zu setzen.

Statistisch gesehen – so hat mir das ein selbst ernannter Explosionsexperte erklärt – explodieren Busse meist im Heck des Fahrzeugs, deshalb setze ich mich nach vorne. Leider hält mein innerer Frieden nur die paar Minuten, bis ich anfange darüber nachzudenken, ob sich nicht potenzielle Messerstecher im Bus befinden, die mich jederzeit abstechen könnten, und sofort springe ich aus dem Bus. Es ist viel besser, sage ich zu mir selbst, auf der Straße erstochen zu werden, als in einem brennenden Bus.

Die Frage ist, was mache ich jetzt?

Ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass ich gesund und in Sicherheit sein möchte. Das ist vielleicht ein vermessener Wunsch, aber soweit ich mich erinnere, werden die Menschen in Deutschland nicht erstochen oder in die Luft gesprengt, und ich denke, es wäre nur fair, wenn mir die gleichen Chancen im Leben zuteilwerden würden. Vielleicht – ich bin mir nicht mehr sicher – hätte ich in Deutschland bleiben sollen. Sicher, die Deutschen sind mir mit ihrem dauernden Streit über Muslime auf die Nerven gegangen, aber ich verbringe mein Leben lieber mit Menschen, die mir auf die Nerven gehen, als mit Menschen, die mich abstechen. Ergibt total Sinn, oder? Es ist besser sein Leben mit Menschen zu verbringen, die sich über abseitige Fragen streiten – zum Beispiel, wie viele Muslime im Land erlaubt sein sollten –, als erstochen zu werden, während man über die Straße geht, oder in einem Bus zu explodieren.

Sie fragen sich vielleicht, wer diese Menschen sind, die hier stechen und explodieren?