Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vermisst einen Mitarbeiter ihrer Beobachtermission im Osten der Ukraine. Ein Fahrer des Teams in Luhansk sei nicht wie geplant am Dienstag aus dem Urlaub zurückgekehrt, teilte ein Sprecher der Organisation mit. Es sei zu befürchten, dass er sich im von prorussischen Rebellen kontrollierten Donezk in Haft befinde. Die Polizei sei eingeschaltet worden.

Die Beobachtermission hat bereits mit den mutmaßlichen Entführern Kontakt aufgenommen, um den Fall zu klären. "Wir haben seine sofortige und bedingungslose Freilassung gefordert", sagte ein Sprecher. Bei dem verschwundenen Mann handelt es sich wohl um einen Fahrer aus der Region Luhansk. Vonseiten der selbst erklärten Volksrepublik Donezk äußerte sich niemand zu dem Fall. Seit 2014 sind immer wieder unbewaffnete OSZE-Mitarbeiter von den Rebellen entführt worden.

Donezk und Luhansk sind die Hochburgen der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine. Die Beobachter der OSZE überwachen im Auftrag der Staatengemeinschaft die Einhaltung des Minsker Abkommens von Februar 2015. Darin haben sich die ukrainische Regierung und die Rebellen zu einer Waffenruhe und dem Abzug schwerer Waffen von der Frontlinie verpflichtet. Trotz der Vereinbarung schwelt der Konflikt weiter.