Die EU-Staaten haben sich nicht auf eine Verlängerung der Zulassung des weit verbreiteten Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in der EU geeinigt. Bei einer letzten Abstimmung von Vertretern der EU-Staaten fehlte dafür die nötige Mehrheit, wie EU-Diplomaten bestätigten. Deutschland enthielt sich.

Frankreich und Bulgarien stimmten nach Angaben eines Diplomaten gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verlängerung der Zulassung um bis zu 18 Monate. Neben Deutschland enthielten sich demnach sechs weitere Staaten, 19 Länder stimmten dafür. Die aktuelle Europa-Zulassung des Stoffes läuft Ende Juni aus.

Damit ist nun die EU-Kommission am Zug. Es wird erwartet, dass die Brüsseler Behörde bei ihrer für Montag geplanten nächsten Sitzung die Zulassung selbst verlängert. Die EU-Kommission hatte bis zuletzt darauf gedrängt, dass die Staaten entscheiden.

Glyphosat ist hoch umstritten, das Mittel steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Es ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter. Im März 2015 entbrannte der Streit über die Gefahren von Glyphosat neu, als die Weltgesundheitsorganisation den Stoff als "wahrscheinlich krebserregend" klassifizierte. Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und mittlerweile auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuften es hingegen als "nicht krebserregend" ein. Im Mai 2016 kam ein Fachgremium, an dem die WHO ebenfalls beteiligt ist, zu dem Ergebnis: "Glyphosat ist nicht krebserregend".