Die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton muss nach einer richterlichen Anordnung schriftlich zu Fragen über ihre umstrittenen E-Mail-Praktiken Stellung beziehen. Die Entscheidung geht auf eine Klage der konservativen Stiftung Judicial Watch zurück, die sich gegen Clintons Gebrauch eines privaten Mailservers während ihrer Amtszeit als US-Außenministerin richtet. Die Anordnung ist für Judicial Watch allerdings nur ein Teilsieg. Die Gruppe hatte angestrebt, dass Clinton persönlich und unter Eid aussagen muss.

Judicial Watch muss ihre Fragen an Clinton bis zum 14. Oktober einreichen. Die Demokratin hat dann 30 Tage Zeit, um darauf zu reagieren. Damit könnte sie sich mit der Beantwortung bis nach der Präsidentschaftswahl am 8. November Zeit lassen – es sei denn, die Stiftung reicht ihre Fragen bereits früher ein.

Die Republikaner versuchen, das Thema im US-Wahlkampf auch nach dem Ende einer Ermittlung des FBI am Laufen zu halten. Die US-Bundespolizei hatte Anfang Juli empfohlen, keine Anklage gegen Clinton zu erheben. Der FBI-Direktor James Comey hatte aber mitgeteilt, Clinton und ihre Mitarbeiter seien im Umgang mit als geheim eingestuftem Material "extrem sorglos" gewesen.

Der Server war im Keller des New Yorker Hauses des Ehepaars Clinton untergebracht. Die sogenannte E-Mail-Affäre hat sich zu einem der größten Probleme Clintons im Wahlkampf entwickelt. In der amerikanischen Öffentlichkeit herrscht der Verdacht, sie habe ihre dienstliche und private Kommunikation verschleiern wollen.

Wer führt in den Umfragen?