Im Bürgerkriegsland Jemen ist offiziell eine neue Waffenruhe in Kraft getreten. Sie soll nach Angaben der UN zunächst 72 Stunden dauern. Alle Beteiligten haben demnach zugesagt, sich an die Feuerpause zu halten. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, erklärte, sollte sie halten, gebe es eine Option für eine Verlängerung. In der Vergangenheit waren mehrere Feuerpausen gescheitert. So hielt im April eine von den UN vermittelte Waffenruhe zunächst, wurde dann aber immer brüchiger. Auch wochenlange Friedensgespräche in Kuwait blieben erfolglos.

Kurz vor Beginn einer neuen Waffenruhe war die Gewalt in dem bettelarmen Bürgerkriegsland jedoch unvermindert weitergegangen. Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten in der Hauptstadt Sanaa Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten geflogen, berichteten Anwohner. Demnach waren im Osten Sanaas bei der Bombardierung eines Militärlagers Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht.

In dem Land im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Aufständischen in die saudische Hauptstadt Riad geflohen war. Die Huthis werden vom Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition fliegt seit März vergangenen Jahres Luftangriffe gegen die Aufständischen, die große des Teile des Jemen kontrollieren, darunter die Hauptstadt.

Die Bevölkerung des Jemen leidet massiv unter dem Konflikt. Nach Angaben der UN kamen seit März 2015 mehr als 4.000 Zivilisten ums Leben, mehr als 7.000 wurden verletzt. Dem UN-Nothilfebüro OCHA zufolge wurden mehr als drei Millionen Jemeniten vertrieben.