Courtesy NRK - Norwegian Public Service Broadcaster

Es ist der Höhepunkt der Nobelwoche: Der Friedensnobelpreis. Das Nobelkomitee verkündete in Oslo: Preisträger ist der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos

376 Nominierungen für den Friedensnobelpreis gab es dieses Jahr – so viele wie noch nie. Auf die Liste kommt man, indem man von als geeignet betrachteten Personen vorgeschlagen wird, dazu zählen unter anderem Universitätsprofessoren und Politiker. Der Friedensnobelpreis wird von einem Komitee aus fünf Personen vergeben, die vom norwegischen Parlament ausgewählt werden. Er ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 832.000 Euro) dotiert.

Spekulationen

Eine öffentliche Liste mit Nominierungen gibt es nicht; das Nobelpreiskomitee hält die Namen unter Verschluss, sie werden erst in 50 Jahren zugänglich gemacht. Daher wurden wie jedes Jahr Vermutungen angestellt.

Bisherige Gewinner – selten unumstritten

Im Vorjahr gewann – wer kann sich noch erinnern? – das tunesische Quartett für den nationalen Dialog, eine Plattform, die für eine Demokratisierung des Landes eintritt. Ein Jahr davor hatte das tunesische Parlament eine neue Verfassung verabschiedet.

Umstrittener war die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, 2012 der Europäischen Union den Friedensnobelpreis zu verleihen – "für über sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen". Menschenrechtsaktivisten kritisierten die Entscheidung und wiesen darauf hin, dass die EU das Sterben der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ignorierte.

Und 2009 war Barack Obama selbst überrascht, als er als den Friedensnobelpreis erhielt. Noch im Jahr seines Amtsantritts zeichnete ihn die Osloer Jury aus "für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken". Kritiker werteten die Verleihung als verfrüht, schließlich hatte Obama zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Versprechen abgegeben.