Beim letzten TV-Duell mit der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton überraschte ihr republikanischer Kontrahent mit einer Aussage: Er weigerte sich, die Anerkennung des Wahlergebnisses am 8. November zuzusagen. Auf die Frage des Moderators Chris Wallace, ob er sich zu dem Prinzip bekenne, dass der Verlierer der Wahl stets den Sieg seines Gegners anerkenne, sagte Trump: "Ich werde mir das anschauen."

"Das ist entsetzlich", kommentierte Clinton Clinton die Äußerungen. Trump "verunglimpft unsere Demokratie und macht sie schlecht". Ihr einstiger innerparteilicher Rivale Bernie Sanders habe Trump die "gefährlichste Person" genannt, die in der modernen Geschichte Amerikas jemals Kandidat für das Weiße Haus gewesen sei. "Ich denke, er hat Recht", sagte Clinton.

Laut ersten Umfragen hat Clinton das TV-Duell gewonnen. In einer CNN-Befragung sahen 52 Prozent der Teilnehmer die Demokratin vorne. 39 Prozent fanden, dass eher Trump die Debatte für sich entschieden habe.

"Ich werde diese Mauer bauen"

Trump behauptet seit Tagen, dass die Wahl manipuliert wird, damit er nicht gewinnt. Sein Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence und seine Tochter Ivanka hatten die Aussagen kurz vor der Fernsehdebatte relativiert und mitgeteilt, die Manipulierungsvorwürfe bezögen sich auf die Medienberichterstattung. In der Debatte sagte Trump, es gebe Millionen registrierte Wähler, die gar nicht wählen dürften. Er sagte auch, Clinton dürfe es gar nicht erlaubt sein, sich für das Präsidentschaftsamt zu bewerben. Beweise oder Indizien dafür lieferte er jedoch nicht.

Im Fernsehduell wies der republikanische Kandidat erneut alle Vorwürfe von sexuellen Übergriffen auf Frauen zurück. Die Darstellungen der Frauen seien als falsch entlarvt worden. Sie wollten nur berühmt werden. "Ich kenne diese Leute nicht", sagte er. Es handle sich um Lügen aus Clintons Wahlkampfteam. Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen zu verachten. "Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel."

In der Einwanderungspolitik präsentierte sich Trump als Hardliner und hielt an seinem Plan des Baus einer Grenzmauer zu Mexiko fest. "Ich werde dieser Mauer bauen, wir brauchen diese Mauer." Nach Abschiebung "einiger schlechter, schlechter Menschen in diesem Land" werde er sich dann überlegen, wer hineingelassen werde, sagte Trump weiter. Clinton versprach, sie werde in ihren ersten 100 Tagen im Amt auf eine Einwanderungsreform dringen.