Offenbar nutzen Migranten aus Afrika zunehmend Verstecke in Güterzügen, um nach Deutschland zu gelangen. So habe laut Bundespolizei die Direktion München seit Oktober rund 270 Menschen entdeckt, die auf Güterzügen, in Containern oder zwischen Lkws in die Bundesrepublik gekommen seien, schreibt Die Welt. Im Bereich der Bundespolizeidirektion Stuttgart seien seit Ende November etwa 60 Migranten auf Güterzügen gezählt worden. Nach Angaben der Bundespolizei wurden die Kontrollen im Dezember in Zusammenarbeit mit den Nachbarländern deshalb verstärkt. Die Bundespolizei sprach laut dem Zeitungsbericht von einem "neuen Phänomen".

Einige Flüchtlinge ließen sich in Frachtcontainer einschließen und hofften, dass irgendjemand ihr Klopfen und Rufen durch die Stahlwände hindurch hören werde, schreibt das Blatt. Andere wickelten sich in Decken ein und versteckten sich in den Reifenbuchten der Lkw, die auf Güterzügen über die Alpen transportiert werden.

Angesichts der verschärften Grenzkontrollen in der Alpenregion habe sich die Möglichkeit der Flucht per Güterzug offenbar in Italien herumgesprochen, schreibt die Zeitung weiter. In einem internen Bericht der Bundespolizei schildert ein Asylsuchender seinen Weg über die Alpen. Demnach hatte er in einem italienischen Flüchtlingslager den Tipp mit dem Güterzug erhalten. Er sei darauf vorbereitet gewesen, dass es sehr kalt werden würde – daher habe er sich in zwei Decken eingehüllt. In der Vergangenheit habe er mehrfach versucht, nach Deutschland zu gelangen, sei aber in Österreich oder Frankreich geschnappt und nach Italien zurückgeschickt worden.

2016 kamen rund 180.000 Migranten und damit so viele wie noch nie aus Afrika über das Mittelmeer nach Italien. Viele der Migranten schafften die Weiterreise trotz eindeutiger EU-Regelung in Richtung der nördlichen Nachbarländer. Österreich, die Schweiz und Deutschland hatten deshalb in den vergangenen Monaten die Kontrollen entlang dieser Route verstärkt.